Angeblicher Kronzeuge gegen den IS ab Montag in Düsseldorf vor Gericht

Vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf muss sich ab Montag ein 23-jähriger mutmaßlicher IS-Aussteiger wegen Mitgliedschaft in der Dschihadistenmiliz verantworten. Der Deutschtürke Anil O. soll Anfang 2016 von Syrien in die Türkei geflüchtet und im vergangenen September nach Deutschland zurückgekehrt sein, wie das Gericht am Mittwoch mitteilte. In Deutschland bot er sich einem "Zeit"-Vorabbericht zufolge den Sicherheitsbehörden als Kronzeuge an.

O. soll nach Gerichtsangaben Mitte 2015 von Deutschland über die Türkei nach Syrien gereist zu sein und sich dort der Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) angeschlossen haben. Wegen des brutalen Vorgehens des IS gegen Muslime und auch eigene Mitglieder trat der 23-Jährige dann aber die Flucht aus dem Herrschaftsgebiet des IS an.

Nach Informationen der "Zeit" soll O. demnächst als Kronzeuge der Anklage in einer Reihe von weiteren Terrorismusverfahren aussagen und damit helfen, führende IS-Mitglieder ins Gefängnis zu bringen. Unter anderem aufgrund seiner Angaben ließ die Bundesanwaltschaft demnach die mutmaßliche deutsche Führungsriege des IS um den Prediger Abu Walaa, der als oberster Anwerber des IS in Deutschland galt, im November 2016 verhaften.

Für den Düsseldorfer Prozess gegen O. setzte das Oberlandesgericht zunächst nur vier Verhandlungstage bis zum 17. Mai an. Dem "Zeit"-Bericht zufolge spricht vieles dafür, dass der 23-Jährige eine Bewährungsstrafe erhalten und in das Zeugenschutzprogramm aufgenommen werden könnte.

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