Angeschlagener Präsidentschaftskandidat Fillon verliert weitere Verbündete

Der angeschlagene französische Präsidentschaftskandidat François Fillon hat weitere Verbündete verloren: Mehrere Senatoren aus dem Mitte-rechts-Lager stellten sich hinter seinen Konkurrenten Emmanuel Macron. Frankreich brauche eine "erneuerte Mehrheit" und Zusammenhalt, erklärten rund zehn Senatoren des Parteienbündnisses UDI in der Sonntagszeitung "Journal du Dimanche". Macron habe dafür die richtige "Methode": Er wolle die "lähmende" Kluft zwischen Links und Rechts überwinden und spreche sich als einziger Kandidat "klar und nachdrücklich" für die EU aus.

Im Parteienbündnis UDI haben sich mehrere kleine Zentrumsparteien zusammengeschlossen. Unter den Senatoren, die nun ins Macron-Lager wechselten, ist auch der Ex-Minister Michel Mercier, der zu Fillons Zeit als Premierminister dem Kabinett angehörte. Zuvor hatten bereits der UDI-Abgeordnete Philippe Folliot und der Ex-Minister und Europaabgeordnete Jean Arthuis zur Wahl von Macron aufgerufen.

Bei einem Parteitag in Paris stellte sich die UDI-Führung am Samstag noch demonstrativ hinter Fillon. Parteichef Jean-Christophe Lagarde rief seine Anhänger auf, "klar zu sein" und "den Kurs zu halten". "Mit Mehrdeutigkeit kann man eine Wahl gewinnen, aber kein Land regieren", sagte Lagarde ohne Macron beim Namen zu rennen. Auch der UDI-Fraktionsvorsitzende Philippe Vigier sagte, Fillon sei am besten geeignet, um das Land wieder "aufzurichten".

Der wegen einer Scheinbeschäftigungsaffäre unter massivem Druck stehende Fillon hat bereits mehrere Unterstützer aus seinem engsten Umfeld verloren, unter anderem seinen Sprecher und seinen Wahlkampfleiter. Gegen den Präsidentschaftskandidaten der konservativen Republikaner läuft ein Ermittlungsverfahren, weil er als Abgeordneter seine Frau und zwei seiner Kinder zum Schein beschäftigt haben soll.

Wegen der Affäre und immer neuer Enthüllungen ist der lange als Favorit gehandelte Fillon in Umfragen abgestürzt. Nach jetzigem Stand würde er bei der ersten Wahlrunde am 23. April nur Dritter hinter dem Mitte-Kandidaten Macron und der Rechtspopulistin Marine Le Pen werden und damit den Einzug in die Stichwahl verfehlen.

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