Nach Angriff auf Kinderkrankenhaus - Westliche Bauteile in russischer Rakete gefunden

Eine Frau schaut aus einem zerstörten Fenster im Ohmatdyt-Kinderkrankenhaus nach dem russischen Angriff mit einem strategischen Marschflugkörper Kh-101<span class="copyright">dpa</span>
Eine Frau schaut aus einem zerstörten Fenster im Ohmatdyt-Kinderkrankenhaus nach dem russischen Angriff mit einem strategischen Marschflugkörper Kh-101dpa

Der russische Angriff auf ein Kinderkrankenhaus in Kiew sorgt weltweit für Entsetzen. Recherchen zeigen nun, dass die verwendete Rakete westliche Bauteile enthielt.

Ein russischer Marschflugkörper vom Typ Kh-101 traf vor kurzem ein Kinderkrankenhaus in Kiew. Der Angriff löste weltweite Empörung aus. Ein Bericht der „Financial Times“ deckte auf, dass diese Rakete westliche Bauteile enthielt, insbesondere Elektronikbauteile.

Dual-Use-Güter zur Umgehung von Sanktionen

Aufgrund der Sanktionen, die Russlands Zugang zu fortschrittlichen Militärtechnologien einschränken sollen, setzt der Kreml auf sogenannte Dual-Use-Güter. Das berichtet der „Spiegel“. Diese enthalten Technologie, die zwar für den zivilen Einsatz gedacht ist, jedoch auch militärisch genutzt werden kann.

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs hat Russland die Produktion der Kh-101-Raketen fast verachtfacht. 2022 wurden 420 dieser Raketen hergestellt, verglichen mit nur 56 im Jahr 2021. Diese Produktionssteigerung zeigt, wie Russland trotz internationaler Sanktionen seine militärische Kapazität ausbauen konnte.

Russische Beamte bestreiten, dass das Krankenhaus gezielt angegriffen wurde. Sie behaupten, die Angriffe hätten nur militärische Ziele treffen sollen. Pavel Luzin von der Tufts University zweifelt laut „Spiegel“ daran: „Wenn eine russische Rakete ein Krankenhaus trifft, dann hat das russische Militär das Krankenhaus auch gezielt ins Visier genommen.“

Schwierigkeiten bei Exportkontrollen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte an, beim diesjährigen Nato-Gipfel die Rolle westlicher Bauteile in russischen Raketen anzusprechen. Die „Semiconductor Industry Association“ betont laut „Spiegel“, dass es wichtig sei, dass Unternehmen Kontrollmechanismen einhalten. Dennoch sei es schwierig, diese Kontrollen tatsächlich durchzusetzen und den illegalen Export westlicher Technologie zu verhindern.