Anklage gegen 39-Jährigen nach Chats über Anschlagspläne an Silvester

Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat Anklage gegen einen syrischen Asylbewerber erhoben, der vermeintliche IS-Mitglieder um Geld für Anschläge mit sprengstoffbeladenden Autos gebeten haben soll. Dem 39-Jährigen wird der Versuch der Beteiligung an einem Mord vorgeworfen, wie die Behörde am Mittwoch mitteilte. Der Mann war nach einem Hinweis an Silvester 2016 festgenommen worden. Er bestreitet, Anschläge geplant zu haben.

Der Beschuldigte soll laut Staatsanwaltschaft im Dezember unter anderem über das soziale Netzwerk Facebook Kontakt zu einem Mann aufgenommen haben, den er der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zurechnete. Er gab demnach an, gemeinsam mit anderen Sprengstoffanschläge in Berlin, Stuttgart, München, Essen und Dortmund sowie in Belgien, in den Niederlanden und in Frankreich zu planen.

Der Syrer soll laut den Ermittlungen vorgehabt haben, Autos als Polizeifahrzeuge zu tarnen, mit Sprengstoff zu beladen und damit an Silvester in Menschenmengen zu fahren. Er soll demnach um 180.000 Euro gebeten haben, um dies zu finanzieren. Zu einer Geldübergabe kam es bis zu seiner Verhaftung nicht.

Auf die Spur waren die Ermittler durch den Hinweis eines Zeugen gekommen. Dieser informierte die deutschen Behörden, dass der Beschuldigte zum Jahreswechsel Sprengstoffanschläge plane.

Der nun angeklagte Mann räumte laut Staatsanwaltschaft ein, die Chats geführt zu haben, bestritt aber Anschlagspläne. Nach seinen Angaben wollte er so an Geld kommen, um seine Eltern in Syrien zu unterstützen und selbst zurückkehren zu können. Die Ermittler werteten dies als "Schutzbehauptung". Mittäter konnten bislang nicht ermittelt werden.

Die Menschen, die er in den Chats um Geld bat, seien laut Bundesnachrichtendienst (BND) nicht dem IS zuzurechnen, erklärte die Staatsanwaltschaft. Sie gehörten auch nicht dem BND an und stünden nicht in Kontakt zum Verfassungsschutz.

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