Anklage gegen Hells-Angels-Rocker nach tödlichen Schüssen in Leipzig erhoben

Polizeieinsatz im Juni 2016

Neun Monate nach einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen zwei Rockerklubs in Leipzig ist Mordanklage gegen vier Männer erhoben worden. Der Hauptbeschuldigte, ein 31-jähriger Hells-Angels-Rocker, soll im Juni vergangenen Jahres auf Mitglieder einer rivalisierenden Rockergruppierung geschossen und dabei einen 27-Jährigen getötet haben, wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag in Leipzig mitteilte. Zwei andere Männer wurden lebensgefährlich verletzt.

Dem 31-Jährigen werden daher auch versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung in zwei Fällen vorgeworfen. Die drei anderen beschuldigten Hells-Angels-Mitglieder im Alter zwischen 34 und 45 Jahren sollen an der Tat beteiligt gewesen sein.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Beschuldigten bewusst die Konfrontation mit den gegnerischen United Tribuns Iron City Leipzig suchten, um sich für einen zuvor erfolgten Angriff auf eines ihrer Mitglieder zu rächen. Die vier Männer äußerten sich demnach bislang nicht zu den Tatvorwürfen. Alle sitzen in Untersuchungshaft.

Einer der Männer, der Präsident des mittlerweile aufgelösten Hells Angels Charter Leipzig, war Anfang des Jahres in Wien von der Polizei festgenommen worden. Er war nach der Tat zunächst in Untersuchungshaft gekommen, dann aber freigelassen worden und untergetaucht.

Nach dem 34-Jährigen wurde daraufhin europaweit mit Haftbefehl gesucht. Die Ermittlungen gegen weitere Hells-Angels-Mitglieder wegen schweren Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung dauern noch an.

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