Anklage gegen Pflegedienst in Hessen wegen Betrugs in Millionenhöhe erhoben

Eine Pflegerin hilft einer Frau beim Aufstehen

Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat Anklage gegen zwei Frauen erhoben, weil sie mit ihrem Pflegedienst gewerbsmäßig betrogen haben sollen. Der Schaden beläuft sich auf über 1,2 Millionen Euro, wie die Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte. Die Leiterin des Pflegedienstes wurde wegen gewerbsmäßigen Betruges in 68 Fällen angeklagt, ihre Stellvertreterin wegen Beihilfe zum Betrug.

Den beiden Frauen wird vorgeworfen, bei den Krankenkassen zwischen August 2013 und Februar 2017 Leistungen von Pflegefachkräften abgerechnet zu haben, obwohl tatsächlich unqualifizierte Pflegekräfte zum Einsatz kamen. Neben ausgebildeten Pflegefachkräften sei auch eine Vielzahl nicht qualifizierter Pflegehelfer aus Osteuropa bei dem Dienst angestellt gewesen.

Hauptaufgabe des Pflegedienstes sei die Behandlungspflege im Rahmen der häuslichen Krankenpflege gewesen. Zu den Leistungen habe zum Beispiel die Stomaversorgung bei künstlichen Darmausgängen gehört. Diese Leistungen hätten laut mehrerer Vereinbarungen mit den Kassen von Pflegefachkräften übernommen werden müssen, so die Anklage. Die Kosten dafür werden bei gesetzlich Versicherten von den Krankenkassen übernommen.

Insgesamt sollen die beiden Frauen in 68 Fällen bei fünf Patienten betrogen haben.