Anklage wegen Körperverletzung: Tochter an Haaren aus Klassenraum gezerrt

Der Kölner drohte ebenfalls mit einer Bombenattrappe.

„Desolate Familienverhältnisse“ kommentierte die Richterin das Geschehen, das sich im Dezember 2015 in einem Unterrichtsraum der Montessorischule an der Rochusstraße ereignete.

Dort war laut Anklage wutentbrannt ein fünffacher Familienvater ohne Ankündigung in den Unterricht geplatzt, hatte seine 15-jährige Tochter mit den Worten „hier gehörst du nicht hin“ geohrfeigt, an den Haaren aus dem Schulraum gezerrt und die sich heftig wehrende und schreiende Schülerin gegen ein Gitter gestoßen.

„Ist alles gelogen“

Die Direktorin der Schule, die angesichts des lautstarken Vorfalls damals aus dem Lehrerzimmer eilte, um dem Lärm Abhilfe zu verschaffen, berichtete im Zeugenstand, was sie gesehen hatte: „Ich hörte eine sich überschlagende Männerstimme und sah, wie er sie herumzerrte. Wir haben dann die Polizei gerufen.“

Gegen den Vater war ein Strafbefehl über 500 Euro ergangen, gegen den er sich allerdings mit einem Einspruch wehrte, so dass es nun zum Prozess kam. Fakt ist, dass die 15-Jährige mit ihrem Stiefvater wohl häufiger aneinander geraten war. Sie war auch eine Zeit lang Schülerin der Montessorischule gewesen. Seit dem Umzug der Familie nach Worringen war sie allerdings in Heimersdorf an der Schule angemeldet, wo sie jedoch häufiger schwänzte.

Schülerin erschien nicht beim Prozess

„Meine Tochter ist verschwunden, sie gilt als vermisst“, sagte der wegen Körperverletzung angeklagte Familienvater und wischte die Vorwürfe zur Seite: „Das stimmt alles ganz und gar nicht. Ist alles gelogen.“ Er habe seine Tochter lediglich nach Heimersdorf zur Schule bringen wollen, „dort, wo sie hingehört.“ Auch habe er sie seit dem Vorfall nicht mehr gesehen, allerdings sei das Jugendamt über ihren Aufenthalt informiert, würde ihm jedoch diese Information nicht weiterleiten. „Mein Kind hatte in dieser Klasse nichts zu suchen“, wiederholte der auch im Prozess noch aufgebrachte Vater sein Sicht der Dinge, während die Richterin vergeblich auf die eigentliche Hauptzeugin – nämlich die Schülerin – wartete.

Weil die inzwischen 17-Jährige nicht erschien, beließ es die Richterin mit Einverständnis der Staatsanwältin mit einer Verfahrenseinstellung und dem Hinweis, dass mit Blick auf die desolaten Familienverhältnisse eine „weitere Sachaufklärung sich angesichts der untergetauchten Schülerin sich verbietet“. Der Strafbefehl wurde aufgehoben, das Verfahren ohne Urteil beendet und der Vater war froh, „dass jetzt nichts in meinen Akten steht“....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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