Prozess nach Reichsbürgerangriff in Reuden beginnt Anfang Oktober

Mehr als ein Jahr nach dem massiven Widerstand eines sogenannten Reichsbürgers gegen eine Zwangsräumung in Reuden in Sachsen-Anhalt beginnt Anfang Oktober der Prozess gegen den Angeklagten. Adrian U. soll sich ab dem 9. Oktober vor dem Landgericht Halle wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie Verstößen gegen das Waffengesetz verantworten, wie das Gericht am Donnerstag mitteilte.

Der 42-Jährige, ein ehemaliger Mister Germany und Anhänger der in Teilen rechtsextremen Reichsbürgerbewegung, soll sich der Staatsanwaltschaft zufolge im August vergangenen Jahres der Zwangsräumung seines Grundstücks widersetzt haben. Dabei soll er auf einen der Polizisten geschossen haben, die zur Verstärkung der Gerichtsvollzieher eingesetzt waren. Das Geschoss soll bei dem Beamten eine Schürfwunde am Hals hinterlassen haben, nur wegen seiner Schutzkleidung sei er nicht tödlich verletzt worden.

U. sitzt seit der Attacke in Untersuchungshaft. Er wurde damals selbst durch einen Schusswechsel mit der Polizei schwer verletzt. Der aus Reuden stammende Mann hatte eine erhebliche Menschenmenge gegen seine Zwangsräumung mobilisiert, weshalb ein erster Versuch scheiterte. Bei dem eskalierten zweiten Versuch kamen etwa 200 Polizisten zum Einsatz. Auf der anderen Seite hatte U. ebenfalls Unterstützer, die die Polizei angriffen. Für den Prozess sind bis Ende November insgesamt zwölf Verhandlungstage angesetzt.

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