Anleger belohnen gute Zahlen der Deutschen Bank vorerst nicht

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Trotz erfreulicher Ergebnisse haben die Anleger enttäuscht auf die Quartalszahlen der Deutschen Bank reagiert. In den ersten drei Monaten des Jahres verbesserte das größte deutsche Kreditinstitut seinen Gewinn im Vergleich zum Vorjahresquartal um 143 Prozent auf 575 Millionen Euro, wie die Deutsche Bank am Donnerstag mitteilte. Dennoch fiel der Börsenkurs in der ersten Handelsstunde um 3,9 Prozent auf 16,67 Euro.

Die von Bank-Chef John Cryan auf den Weg gebrachte Umstrukturierung trägt zwar offenbar erste Früchte: Das Geldhaus verzeichnet durch Stellenabbau und Fillialschließungen geringere Kosten. 130 der vorgesehenen 188 zu schließenden Filialen seien bereits zu, teilte das Kreditinstitut mit. Die Zahl der Mitarbeiter ging im Vergleich zum Ende des Vorjahresquartals um rund 3300 zurück.

Dieser erfolgreiche Kostenabbau ist ausschlaggebend für den hohen Gewinn der Bank - und genau das wird von den Investoren als problematisch bewertet: Denn die guten Zahlen sind nicht das Ergebnis wachsender Erträge. Im ersten Quartal 2017 gingen diese im Vergleich zum Vorjahresquartal um neun Prozent auf 7,3 Milliarden Euro zurück.

Dies beruhe aber vor allem auf Veränderungen der Risikoprämien auf Verbindlichkeiten der Bank, erklärte das Kreditinstitut. Ohne diesen Effekt lägen die Erträge "etwa auf dem Niveau des Vorjahresquartals".

Bank-Chef Cryan zeigte sich zufrieden mit dem Start ins neue Jahr. "Das Kundengeschäft läuft sehr erfreulich, wir verzeichnen in allen Bereichen der Bank Zuflüsse, und die Aktivität an den Märkten erholt sich", erklärte er. Die Bank habe die Grundlage dafür geschaffen, dass sie "wieder gute Ergebnisse liefern kann".

Die Deutsche Bank hatte das Geschäftsjahr 2016 mit einem Minus von rund 1,4 Milliarden Euro abgeschlossen. Eine im Herbst vergangenen Jahres angedrohte Milliardenstrafe aus den USA hatte Zweifel an der Stabilität des Kreditinstituts genährt und zum Verlust von Marktanteilen geführt. Der Bank gelang es aber zuletzt, wichtige Rechtsstreitereien beizulegen und mit einer laut Cryan "erfolgreichen Kapitalerhöhung" in Höhe von acht Milliarden Euro ins neue Geschäftsjahr zu starten.

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