Annalena Barbock: spektakuläres Auf und Ab

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Im Sport wie in der Politik: Annalena Baerbock war schon immer ehrgeizig. In ihrer Jugend war sie Leistungssportlerin im Trampolinspringen, mit 40 ist sie die erste Kanzlerkandidatin der Grünen und die bisher jüngste Person überhaupt, die in der Bundesrepublik ins Kanzleramt will.

Ihr Start in den Wahlkampf war phänomenal: Auf ihre Nominierung im April folgten ein Umfragehoch und ein Rekord bei den Parteieintritten. Doch Rückschläge kamen prompt: Zuerst wurde Mitte Mai bekannt, dass sie dem Bundestag Sonderzahlungen erst verspätet meldete, dann zeigte sich, dass Details in ihrem Lebenslauf nicht stimmten und es gab Plagiatsvorwürfe zu ihrem Buch "Jetzt. Wie wir unser Land erneuern".

Die Hoffnungsträgerin kam ins Schlingern. Es gab sogar Forderungen, ihrem Co-Parteichef Robert Habeck die Kandidatur zu überlassen. Hinzu kamen Fake News in den sozialen Netzwerken mit angeblichen Nacktfotos und der Behauptung, sie habe ein Hundeverbot gefordert.

Doch die Kandidatin ließ sich nicht beirren. Sie komme ja aus dem Sport, wenn man da schon nach der Vorrunde aufgebe, müsse man gar nicht antreten, sagte sie in einem Interview. Ihr sei klar gewesen, dass es viel Gegenwind geben werde, wenn man für einen Neuanfang eintrete.

Punkten mit Grünen-Kernthema Klimaschutz

Inhaltlich versuchte sie im Wahlkampf vor allem mit dem Grünen-Kernthema Klimaschutz zu punkten. Sie war darauf bedacht, die Flutkatastrophe in Westdeutschland, nicht als Klima-Mahnerin mit Foto-Terminen in Gummistiefeln auszuschlachten. Stattdessen reagierten die Grünen politisch und kündigten ein Sofortprogramm mit einem eigenen Klimaschutzministerium mit Vetorecht gegen klimaschädliche Gesetze an.

"Die Klimakrise ist nichts Abstraktes, sondern die passiert hier mitten unter uns und wir müssen jetzt alles dafür tun, diese Klimakrise in den Griff zu bekommen", sagt Baerbock."Wir stehen vor einer Weichenstellung, um überhaupt noch auf den 1,5-Grad-Pfad kommen zu können und zugleich vor einer Weichenstellung, die historische Chance zu haben, das nächste Jahrzehnt dafür zu nutzen, klimagerechten Wohlstand für zukünftige Generationen zu bauen."

Herzensthema Klima

Neben dem Klima ist Europa Baerbocks Herzensthema. Über die EU-Politik kam sie zu den Grünen. Die studierte Politologin und Völkerrechtlerin setzt sich unter anderem für eine Stärkung der europäischen Verteidigungspolitik ein. Ein Ministerinnen- oder Regierungsamt hatte sie noch nie inne.

Begonnen hat Baerbock ihre politische Karriere in Brandenburg, wo sie auch heute mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern lebt. 2018 wird sie zusammen mit Robert Habeck zur Grünen-Vorsitzenden gewählt. Beiden wird angerechnet, die Partei geeint und auf Erfolgskurs getrimmt zu haben.

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