Anspielung auf Genozid? Trump verspottet Elizabeth Warren

Donald Trump beweist in den Augen vieler Kritiker mit seinem neuesten Tweet erneut wenig Fingerspitzengefühl. (Bild: AP Photo/Carolyn Kaster)

Donald Trump sorgt wieder einmal mit einem Tweet für Aufregung. Der US-Präsident wandte sich via Twitter an die demokratische Präsidentschaftskandidatin Elizabeth Warren – mit einer vermeintlichen Anspielung auf den Genozid von amerikanischen Ureinwohnern, die viele empört.


“Heute ist Elizabeth Warren, manchmal von mir als Pocahontas bezeichnet, in das Rennen um die Präsidentschaft eingestiegen. Wird sie als erste amerikanische Ureinwohnerin als Präsidentschaftskandidatin kandidieren oder hat sie nach 32 Jahren entschieden, dass das alles nicht mehr so klappt? Wir sehn uns auf dem Kampagnen-PFAD, Liz!”

Trump hatte in der Vergangenheit mehrfach auf den umstrittenen indianischen Hintergrund der US-Demokratin hingewiesen und sie als “Pocahontas” bezeichnet. Kritiker hatten Warren in der Vergangenheit vorgeworfen, aus ihren indianischen Vorfahren Kapital schlagen zu wollen, andere bezweifeln Warrens Angaben bezüglich ihrer Vorfahren.

Trumps Ansage “Wir sehen uns auf dem Kampagnen-PFAD, Liz” deuten viele als Anspielung auf den sogenannten Pfad der Tränen – der Vertreibung von nordamerikanischen Ureinwohnern aus dem südöstlichen Waldland der USA nach dem Indian Removal Act und deren (erzwungene) Relokalisierung in Reservate im US-amerikanischen Bundesstaat Oklahoma. Tausende waren im Zuge dessen an Hunger und Krankheiten gestorben.

Warren beruft sich oft auf ihre indianischen Wurzeln – allerdings sind diese nicht unumstritten. (Bild: AP Photo/Charlie Neibergall)

Trumps Tweet sorgte auf Twitter für viel Entrüstung.


“Diese Witze über den Pfad der Tränen? Sie verspotten den Schmerz von Cherokee-Familien. Sie verspotten Stacys Vorfahren, meine Vorfahren und Tausende mehr. Wir sind Überlebende des Genozids. Das ist kein Witz.”


“Hier fehlen mir die Worte.”


“Dieses kindische Verhalten kommt von jemandem, der eine Position innehat, in der früher Ehre und Reife etwas bedeutet haben. Was zur Hölle ist uns als Gesellschaft passiert, dass ein derartiges Verhalten für einen großen Teil der Amerikaner akzeptabel ist?”


“Ich bin sicher, Sie wachen jeden Morgen auf und fragen sich: ‘Wie kann ich die Messlatte für die Menschheit noch ein Stück weit tieferlegen?’”

Andere greifen zu härterer Wortwahl.


“Sie werden ihren Kampagnenpfad nur sehen, wenn es im Gefängnis einen TV gibt.”


“Ich versuche, niemals die Tweets dieses Mannes zu würdigen, aber es gibt wenig Zweifel, dass er das Wort ‘PFAD’ gebraucht, um den Genozid des Pfads der Tränen in Erinnerung zu rufen und so politisches Kapital zu schlagen. Warren wurde dafür oft gerechtfertigt kritisiert – aber er nutzte den Mord von Ureinwohnern als Punchline.”

Andere glauben, Trump habe nicht einmal die Geschichtskenntnisse, um zu verstehen, was er da eigentlich gesagt hat.


“Mr. President, viele Menschen machen Ihnen das Leben schwer, weil sie denken, Sie hätten einen abfälligen Witz über den Pfad der Tränen gemacht, aber ich glaube an Sie. Ich glaube, Sie sind so dumm, dass Sie nicht einmal wissen, was der Pfad der Tränen überhaupt ist.”


“Ja, weil der Präsident bekannt für sein Wissen in der amerikanischen Geschichte des 19. Jahrhunderts der Ureinwohner ist. Oh Mann.”


“Ich habe es so satt, in einer Gesellschaft zu leben, wo es für einen verdammten Präsidenten, der über den Pfad der Tränen scherzt, keine Konsequenzen gibt.”