Ansturm auf Häfen, Flughäfen und Supermärkte vor Ausgangssperre in Neuseeland

Jacinda Ardern

In Neuseeland hat die angekündigte Ausgangssperre am Dienstag zu einem Ansturm auf Häfen, Flughäfen und Supermärkte geführt. Um den Menschen mehr Zeit zu geben, verschob die Regierung den Beginn der Ausgangssperre um 48 Stunden von Mittwoch auf Freitag. Premierministerin Jacinda Ardern versprach, das Chaos vor allem an den Fährhäfen in den Griff zu bekommen. "Wir werden dafür sorgen, dass die Menschen nach Hause kommen", sagte Ardern.

Hunderte Menschen versuchten am Dienstag, noch einen Platz auf einer der Fähren zwischen der neuseeländischen Nord- und der Südinsel zu ergattern. Nach Angaben der Polizei hatten viele von ihnen aber keine Fahrkarten. Die Fluggesellschaft Air New Zealand setzte zusätzliche Maschinen ein, um die Menschen rechtzeitig vor dem ursprünglich geplanten Beginn der Ausgangssperre am Mittwoch um Mitternacht nach Hause zu bringen.

Ardern hatte die vierwöchigen Ausgangsbeschränkungen am Montag angekündigt. Die Menschen sollen zu Hause bleiben, Schulen und alle nicht unbedingt notwendigen Unternehmen müssen schließen, "Bitte seid stark und seid nett zueinander", appellierte Ardern an ihre Landsleute.

Neuseeland hatte zuvor bereits eine Reihe von Maßnahmen verhängt, um eine Ausbreitung des Virus zu bremsen. Ende vergangener Woche wurden die Grenzen für Touristen geschlossen.

Zehntausende Neuseeländer sitzen derweil an Urlaubsorten im Ausland fest. Vize-Premierminister Winston Peters forderte sie am Dienstag auf, erst einmal dort zu bleiben. Es sei mittlerweile "sehr schwierig" geworden, nach Neuseeland zurückzukehren, erklärte Peters. Daher sei die "beste" und sicherste Option, an den Urlaubsorten zu bleiben.

In Neuseeland haben sich bislang 142 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Todesfälle gibt es bisher nicht.