Anti-IS-Koalition räumt Luftangriffe auf West-Mossul ein

Bei Luftangriffen auf den Westen von Mossul sind in den vergangenen Tagen laut Behördenvertretern dutzende Zivilisten getötet worden, manche sprachen sogar von mehr als 130 getöteten Zivilisten

Die US-geführte Koalition im Irak hat Luftangriffe auf West-Mossul eingeräumt, bei denen Dutzende Zivilisten getötet worden sein könnten. Die Daten für das Angriffsziel stimmten mit den Angaben zu zivilen Opfern in der Stadt überein, erklärte das Bündnis am Samstag. Irakischen Behörden zufolge wurden bei Luftangriffen auf West-Mossul in den vergangenen Tagen Dutzende Zivilisten getötet, manche sprachen sogar von mehr als 130 Toten.

Nach Angaben der US-geführten Koalition flog das Bündnis am 17. März Luftangriffe auf Wunsch der irakischen Streitkräfte gegen Kämpfer und Ausrüstung der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) im Westen von Mossul. Eine erste Überprüfung der Angriffsdaten deute darauf hin, dass die Koalition einen Ort getroffen habe, der mit den Angaben zu zivilen Opfern übereinstimme, erklärte das Bündnis. Die Angaben zu den Opfern würden überprüft.

Irakische Behördenvertreter und Augenzeugen hatten zuvor mitgeteilt, bei Luftangriffen auf West-Mossul seien in den vergangenen Tagen zahlreiche Zivilisten getötet worden. Dutzende Tote lägen unter Trümmern begraben, sagte der Vorsitzende des Provinzrates von Ninive, Baschkar al-Kiki. Der Gouverneur der Provinz, Nawfal Hammadi, sprach von mehr als 130 Toten. Er warf der IS-Miliz vor, Zivilisten zusammenzutreiben und sie als "menschliche Schutzschilde" gegen die vorrückenden irakischen Truppen einzusetzen. Von unabhängiger Seite konnten die Angaben zu den Opferzahlen nicht überprüft werden. Die UNO rief alle Seiten auf, die Zivilisten in dem Konflikt zu schonen.

Anfang des Monats hatte die Koalition bereits mitgeteilt, dass es "wahrscheinlich" sei, dass "mindestens 220 Zivilisten unbeabsichtigt bei Angriffen der Koalition getötet" worden seien. Weitere Vorfälle würden noch geprüft.

Mossul ist von irakischen Regierungstruppen und unterstützenden Kampfeinheiten umzingelt. Die von den USA angeführte Koalition will die Dschihadistenmiliz IS aus der Großstadt vertreiben, die dort seit 2014 ihre Hochburg im Irak hat.

Das Ministerium für Migration und Vertriebene in Bagdad teilte am Samstag mit, seit dem Beginn des Sturms auf den Westteil Mossuls seien mehr als 200.000 Menschen aus der Stadt geflüchtet. Die Offensive auf Mossul begann im Oktober. Zunächst nahmen die Koalitionstruppen den Ostteil der Stadt ein, am 19. Februar begann die Offensive auf den Westteil. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sollen sich noch 600.000 Menschen in den von der IS-Miliz beherrschten Gebieten in West-Mossul aufhalten.

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