Antisemitismus-Beaufragter verurteilt ESC-Proteste gegen Israel

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat die antiisraelischen Proteste beim Eurovision Song Contest verurteilt. Es entspreche "einem gängigen antisemitischen Muster", Israelis kollektiv in Haftung für Handlungen ihrer Regierung zu nehmen, sagte er. (Jessica Gow/TT)
Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat die antiisraelischen Proteste beim Eurovision Song Contest verurteilt. Es entspreche "einem gängigen antisemitischen Muster", Israelis kollektiv in Haftung für Handlungen ihrer Regierung zu nehmen, sagte er. (Jessica Gow/TT)

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat die antiisraelischen Proteste beim Eurovision Song Contest "auf das Schärfste" verurteilt. "Es entspricht einem gängigen antisemitischen Muster, Israelis kollektiv in Haftung für Handlungen ihrer Regierung oder ihrer Armee zu nehmen, die sie oftmals selbst verurteilen", sagte Klein den Zeitungen der Funke Mediengruppe nach Angaben vom Sonntag. "Hierunter leidet gerade die progressive israelische Kulturszene bereits jetzt erheblich."

Kulturschaffende aus Israel sähen sich "zunehmender internationaler Isolation ausgesetzt", sagte Klein. Er kritisierte auch, dass die Klimaaktivistin Greta Thunberg an den Demonstrationen gegen Israel teilgenommen habe. Dies sei "traurig, wenn auch nicht überraschend", sagte er. "Sie sollte sich ebenso wie die Protestierer hierzulande klarmachen, dass sie an absolut falscher Stelle angreift."

Am ESC-Austragungsort im schwedischen Malmö hatten vor dem Hintergrund des Kriegs im Gazastreifen tausende Menschen gegen die Teilnahme Israels an dem Musik-Wettbewerb demonstriert. Während der Veranstaltung am Samstagabend wurde die israelische Sängerin Eden Golan ausgepfiffen und ausgebuht, einige Zuschauer verließen aus Protest während ihres Auftritts die Arena. Golan schaffte es mit ihrem Titel "Hurricane" dann aber dank eines starken Publikumsvotums auf Platz fünf.

mt/oer