Antrag fordert höheren Takt für die Linie 9

Eine Abfuhr für die Stadtverwaltung und die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB): Während die Stadt einen Bürgerantrag von Rüdiger Krause aus Ostheim, der eine stärkere Frequenz der Straßenbahnlinie 9 sowie der Buslinie 152 gefordert hatte, abwiegeln wollte, da man „keinen konkreten Handlungsbedarf“ erkennen könne, stimmten Kalks Bezirksvertreter den Vorschlägen mehrheitlich zu.

„Dieser Bürgerantrag hat uns aus der Seele gesprochen. Es wäre gut, wenn dieser Gedanke auch mal bei den Leuten ankommt, die das zu entscheiden haben“, sagte Markus Klein, der Vorsitzende der SPD-Fraktion. „Wir haben als Bezirksvertretung in den vergangen Jahren eine ganze Reihe von Anträgen zur Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs beschlossen, aber bislang ist nichts geschehen .“

Während die Christdemokraten, so deren Bezirksvertreter Michael Lange, „zwar viele Teile des Ansinnen unterschreiben können, bei einigen aber doch Bauchschmerzen haben“, und sich der Stimme enthielten, wurden Krauses Anliegen mit der Mehrheit von SPD, Grünen, Linken und FDP beschlossen. Die Kalker übernahmen dabei den Beschlusstext aus der Bezirksvertretung Lindenthal, die ihm zehn Tage zuvor zugestimmt hatte.

Gefordert hat Krause eine Taktverdichtung der Linie 9 zwischen Ostheim und Deutz, montags bis freitags in der Zeit von 8 bis 9 Uhr, sowie zwischen 15 und 20 Uhr. Bislang verkehrt die Bahn morgens von 8 bis 10 Uhr und nachmittags von 15 bis 19 Uhr lediglich zwischen Bahnhof Deutz/Messe und Universität im 5-Minuten-Takt. Während der vorlesungsfreien Zeiten pendelt sie auf der gesamten Route im 10-Minuten-Takt .

Da die Nachfrage aus Vingst und Ostheim aufgrund des Schülerverkehrs am größten ist, könnten die Bahnen anstatt nur bis Deutz locker bis Ostheim weiterfahren. „Das macht aus betrieblichen Gründen keinen Unterschied“, hat Krause errechnet. „Auch auf den Individualverkehr an der Haltestelle Ostheim hätte dies kaum Auswirkungen. Schon heute sind die Fahrpläne der „9“ so aufgebaut, dass die Züge Richtung Osten und Westen zur gleichen Zeit die Frankfurter Straße passieren.“

Die Stadt verweist auf die in den Morgenstunden neu eingerichtete Buslinie 179, die von Neubrück über Kalk bis Deutz verkehrt, allerdings den Umsteigeschwerpunkt Ostheim nicht anfährt. Jedoch sei dieser Bus, so Krause wegen des 30-Minuten-Takts und der langen Fahrtzeit durch Nebenstraßen für die Fahrgäste „sehr unattraktiv.“

Auch samstags, so wurde nun beschlossen, soll die Linie 9 häufiger fahren. Und das auf der gesamten Strecke. Hier wird in dem Bürgerantrag in der Zeit zwischen 9 Uhr bis 19 Uhr ein 10-Minuten-Takt angedacht. Krause: „Der derzeitige Abstand von 15 Minuten ist nicht ausreichend. Viele Menschen aus Rath-Heumar, Ostheim und Vingst fahren samstags in die Köln Arcaden oder die City. In einer Millionenstadt wie Köln ist ein 15-Minuten-Takt nicht ausreichend und nicht attraktiv. Ich rege daher an, dass die Abstände der Stadtbahnlinien 1 und 9 auf 10 Minuten in der Zeit von 9 bis 19 Uhr vereinheitlicht werden. Dabei sollten die Abfahrtzeiten wie wochentags gewählt werden, um diese möglichst einfach merkbar zu machen.“

Das habe die KVB auf der Linie 1 bereits erkannt und setze zusätzlich zu den regulären Zügen zwischen Brück und Junkersdorf Entlastungsbahnen ein, die 7 Minuten nach den fahrplanmäßigen Zeiten verkehren. Diese tauchten nicht im Fahrplan auf und würden daher als Linie „E“ beschildert.

Damit verkehrt die Linie 1 bereits heute in einem 7/8-Minuten-Takt. Diesen Vorschlägen, die von der Verwaltung als „nicht zielführend“ abgelehnt wurden, stimmten Kalks Bezirksvertreter nun zu.

Ebenso den Anregungen für die Buslinie 152, die zwischen Porz und Leverkusen verkehrt und für die im Bürgerantrag eine Verdichtung an Werktagen in der Zeit von 19 Uhr bis 23 Uhr gefordert wird. Derzeit verkehrt der „152“ montags bis freitags von 6 Uhr bis 19 Uhr im 20-Minuten-Takt. Durch die parallel laufende Buslinie 151 wird dieser zwar tagsüber auf zehn Minuten verdichtet, doch nach 20 Uhr wird die Linie ganz eingestellt.

Gleichzeitig wird ab 20 Uhr der 152er als einzige Linie, die Porz und Mülheim über die Frankfurter Straße verbindet und die wichtigen Verknüpfungen zu den Bahnlinien 1, 3, 4, 7, 9, 13, 18 herstellt, auf einen 30-Minuten-Takt umgestellt. „Dies führt dazu, dass es in den Abendstunden zu ungewöhnlich langen Umsteigezeiten von den Stadtbahnlinien auf die Buslinie 152 kommt, da die Bahnen auch abends noch im 15-Minuten-Takt verkehren“, hat Krause beobachtet. „Das trägt nicht dazu bei, den öffentlichen Personennahverkehr attraktiv zu machen.“

KEINE ÄNDERUNGEN

Die Buslinie 179 bleibt erst einmal so, wie sie derzeit ist. Der Bus pendelt montags bis freitags von 7 bis 9 Uhr sowie 15 bis 20 Uhr zwischen Neubrück und Deutz. Mehrheitlich wurde ein Antrag von FDP-Bezirksvertreter Fardad Hooghoughi abgelehnt, der sich für eine Ausweitung dieses Busangebotes einsetzen wollte. Diese neue Linie sei noch nicht bei den Bürgern angekommen, hieß es. „Der Fahrer ist froh, wenn ihn jemand begleitet“, sagte SPD-Fraktionschef Markus Klein. (NR)

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