Anwälte von Prinz Andrew könnten gegen Unterrichtung über Klage gegen ihn vorgehen

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Prinz Andrew im Jahr 2019 (AFP/JOHN THYS)

Im Missbrauchsskandal um Prinz Andrew haben dessen Verteidiger nun sieben Tage Zeit, um gegen eine offizielle Unterrichtung des Herzogs von York über eine in den USA laufende Klage gegen ihn vorzugehen. Das teilte das zuständige Londoner Gericht am Freitag mit. Das mutmaßliche Missbrauchsopfer Virginia Giuffre hatte den 60-Jährigen Anfang August verklagt - dieser hatte jedoch die Zuständigkeit des New Yorker Gerichts in Frage gestellt und die Art und Weise angefochten, mit der ihm die Klageschrift von dem US-Gericht überreicht worden war.

Ein britisches Gericht hatte daraufhin dem Antrag Giuffres stattgegeben, die förmliche Überstellung der Dokumente an den zweitältesten Sohn der Queen zu übernehmen - gegen diese Entscheidung können die Anwälte des Prinzen nun wiederum binnen einer Woche Einspruch einlegen.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur PA dürften sich die Anwälte des Prinzen dafür entscheiden, Beschwerde einzulegen. Die Verteidiger hatten dies zuvor bereits gegenüber dem Gericht angedeutet.

Die Klageschrift war dem Herzog von York laut kürzlich veröffentlichten Gerichtsdokumenten erstmals am 27. August zugestellt worden - allerdings nicht persönlich. Giuffres Vertreter erklärte demnach eidesstattlich, dass er das Dokument einem Polizisten am Eingang der Residenz des Prinzen im englischen Windsor übergeben habe. Dabei handle es sich um dessen "letzte bekannte Adresse".

Prinz Andrew hält sich Berichten zufolge derzeit auf dem abgelegenen Schloss Balmoral im Nordosten Schottlands auf. Seit er 2019 in Zusammenhang mit den Missbrauchsvorwürfen von seinen royalen Pflichten zurückgetreten war, hatte er sich nur selten in der Öffentlichkeit blicken lassen.

Die heute 38-jährige Guiffre wirft Prinz Andrew vor, sie vor mehr als 20 Jahren als Minderjährige mehrfach sexuell missbraucht zu haben. Sie gibt an, von dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein an Prinz Andrew für den sexuellen Missbrauch "ausgeliehen" worden zu sein, und verlangt Schadenersatz. Der Multimillionär Epstein soll jahrelang minderjährige Mädchen und junge Frauen sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben.

Der Prinz wies die Anschuldigungen stets zurück und erklärte, sich nicht an ein Treffen mit Giuffre erinnern zu können. Der ehemalige Hubschrauberpilot und Kriegsveteran ist geschieden und hat zwei Kinder.

gap/yb

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