Anwälte von Prinz Andrew verlangen Abweisung von Missbrauchsklage

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Prinz Andrew (AFP/Lindsey Parnaby)

Die Anwälte des britischen Prinzen Andrew haben vor einem US-Gericht die Abweisung einer Missbrauchsklage gegen den Royal gefordert. Die Klägerin Virginia Giuffre habe mit einer früheren Vereinbarung mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein auf ihr Klagerecht gegen andere "verzichtet", sagte Anwalt Andrew Brettler am Dienstag bei einer Anhörung vor einem Bundesgericht in New York. Der am Vortag veröffentlichte Deal aus dem Jahr 2009 sei "eindeutig".

In der bislang geheimen Vereinbarung hatte Giuffre zugesagt, im Gegenzug für 500.000 Dollar (439.000 Euro) weder den US-Multimillionär Epstein wegen Sexualvergehen zu verklagen noch "andere potenzielle Beschuldigte" in diesem Zusammenhang. Die heute 38-Jährige gibt an, 2001 im Alter von 17 Jahren von Prinz Andrew mehrfach sexuell missbraucht worden zu sein. Epstein habe sie damals an den Sohn von Königin Elizabeth II. "ausgeliehen". Giuffre fordert jetzt Schadenersatz in nicht genannter Höhe.

Das Bundesgericht in New York befasste sich am Dienstag in einer per Videokonferenz ausgetragenen Anhörung mit dem Antrag der Anwälte von Prinz Andrew, die Klage abzuweisen. Giuffres Anwalt David Boies wies dies zurück. Die Vereinbarung mit Epstein sei im US-Bundesstaat Florida geschlossen worden. Sie habe deswegen aus rechtlicher Sicht nicht Prinz Andrew eingeschlossen, der in dem Dokument auch nicht namentlich aufgeführt wird.

Auch Richter Lewis Kaplan zeigte sich skeptisch über die Argumente der Anwälte von Prinz Andrew. Eine Entscheidung fällte Kaplan noch nicht, kündigte sie aber für die nahe Zukunft an: "Sie werden meine Entscheidung ziemlich bald bekommen, aber ich werde das nicht näher definieren", sagte er an die Adresse der Konfliktparteien.

Der Richter hatte erst am Freitag den Antrag von Prinz Andrews Verteidigern zurückgewiesen, das Verfahren zu beenden, weil Giuffre mittlerweile in Australien lebt.

Prinz Andrew hat die von Giuffre gegen ihn erhobenen Vorwürfe wiederholt entschieden zurückgewiesen. Wegen der Vorwürfe und seiner früheren Kontakte zu dem verurteilten Sexualstraftäter Epstein gab er allerdings seine royalen Pflichten auf und zog sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück.

Epstein war 2019 in einem New Yorker Gefängnis gestorben. Nach Angaben der Behörden handelte es sich um Suizid. Epsteins Freundin Ghislaine Maxwell wurde am Mittwoch vergangener Woche in einem Gerichtsverfahren in New York von den Geschworenen wegen Sexhandels schuldig gesprochen.

Laut Anklage hatte die Britin über Jahre systematisch Minderjährige für Epstein rekrutiert, die von diesem dann sexuell missbraucht wurden. Der 60-Jährigen droht nun eine jahrzehntelange Haftstrafe. Gegen Prinz Andrew wurde kein Strafverfahren eingeleitet.

fs/mkü

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