"Apokalyptische Zerstörung": Venedig versinkt in Wassermassen

Es sind die schlimmsten Überflutungen seit 1966. Ein Hochwasser extremen Ausmaßes hat Venedig überschwemmt. Der Markusplatz, wo sonst Touristen fröhlich umherschlendern, gleicht einem Freibad.

Dauerregen und heftiger Wind ließen den Pegel steigen - bis auf 1,87 Meter. Mindestens ein Mensch kam ums Leben.

Einige Wasserbusse wurden versenkt, mindestens 60 Schiffe beschädigt. Gondeln und Boote trieben in den Fluten. Der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, sprach von einer "apokalyptischen Zerstörung".

Als das Wasser seinen Höchststand erreichte, waren 80 Prozent von Venedig überschwemmt - darunter viele jahrhundertealte Gebäude. Im Markusdom wurde 1,10 Meter gemessen.

Venedigs Bürgermeister Luigi Brugnaro schätzt, dass sich die Höhe des Schadens auf Hunderte Millionen Euro belaufen wird: 

"Und dann bitten wir darum MOSE voranzubringen. Es ist absolut notwendig, dass die Akten herausgeholt werden und Gespräche stattfinden. Es reicht jetzt. Darüber ist nichts in den Zeitungen zu lesen. Vielleicht werden die Barrieren hochgezogen, vielleicht auch nicht. Es reicht."

MOSE ist ein Milliardenprojekt zum Bau von ausfahrbaren Barrieren, um Venedig vor derartigen Hochwassern zu bewahren. Eigentlich sollten diese Schutzwälle bereits seit 2011 fertig sein. Unter anderem aufgrund eines Korruptionsskandals verzögerten sich die Arbeiten allerdings. 2021 soll es nun soweit sein.

Wissenschaftler warnen schon seit langem vor den Folgen der globalen Erwärmung unter anderem für Venedig. Mit steigendem Meeresspiegel erhöht sich das Hochwasser-Risiko.