Arbeitsrecht: Freie Jobs: Darf die Firma interne Mitarbeiter übergehen?

Die freie Stelle wurde an einen externen Bewerber vergeben. Ein Teammitglied beschwert sich. So beurteilt ein Anwalt die Situation.

Rechtsanwalt Dr. Heiko Peter Krenz beantwortet Leserfragen.

Mein Chef hat einen neuen Teamleiter eingestellt. Diese Position hätte ich gern übernommen. Ich dachte bislang immer, dass offene Stellen zunächst intern angeboten werden müssen, bevor jemand Externes ins Unternehmen geholt wird. Darf mein Chef mich einfach so übergehen?

Das sagt Heiko Peter Krenz: Dass Sie nicht missachtet werden möchten, ist verständlich. Kein Arbeitnehmer mit Ambitionen möchte in dieser Situation übergangen werden. Dementsprechend verwundert es auch nicht, dass viele Arbeitnehmer wie auch Sie der Meinung sind, dass bei freien Stellen im Betrieb eine Bewerbung zunächst nur für sie und nicht für externe Interessenten möglich sein sollte.

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Dr. Heiko Peter Krenz ist Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin privat

Tatsächlich verhält es sich aber so, dass die Entscheidung, ob und wie eine freie Stelle besetzt wird, grundsätzlich Sache des Arbeitgebers ist. Arbeitnehmer haben dabei kein Mitspracherecht. Ihr Arbeitgeber ist daher nicht verpflichtet, freie Stellen zunächst intern Ihnen und Ihren Kollegen anzubieten.

Er kann vielmehr frei entscheiden, welchen Weg er bei der Suche nach der richtigen Stellenbesetzung geht. Die Suche kann sowohl intern, also innerhalb des Betriebs, oder eben extern und damit außerhalb des Betriebs erfolgen.

Arbeitgeber will möglichst große Auswahl

Bei einer geplanten Einstellung hat der Arbeitgeber Interesse daran, eine möglichst große Auswahl zu haben, um den am besten qualifizierten Kandidaten zu finden. Nur wenige verzichten daher auf Stellenanzeigen i...

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