Arbeitsrecht: Neuer Vorstand will Führungskräfte entlassen – was tun?

Kommt ein neuer Vorstandschef, kann es Entlassungen in der Führungsriege geben. Ein Anwalt erklärt, wie Betroffene gut reagieren.

Rechtsanwalt Dr. Heiko Peter Krenz beantwortet Leserfragen.

Kaum ist der neue Vorstand im Amt, wird in der Führungsetage mächtig aufgeräumt. Ich selbst befürchte auch, dass ich bald die Kündigung erhalte. Was kann ich unternehmen?

Das sagt der Anwalt: Häufig passiert es "Knall auf Fall": Bis vor wenigen Monaten gehörte man noch zu den Hoffnungsträgern des Unternehmens, und plötzlich ist alles anders. Der neue Chef tauscht die Führungsmannschaft aus, und es müssen "Köpfe rollen".

In solchen Fällen wird das Arbeitsverhältnis fristgerecht gekündigt. Verbunden sind damit oft eine sofortige Freistellung und die Entbindung von den Arbeitsaufgaben. Damit sollen in Ungnade gefallene Mitarbeiter von ihrem Arbeitsplatz ferngehalten werden, sodass sie keine Schäden verursachen, Daten löschen oder wichtige Kunden vergraulen.

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Dr. Heiko Peter Krenz Rechtsanwalt Kanzlei ist Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin privat

Meistens folgt auf die Freistellung ein Angebot des Arbeitgebers, den Arbeitsplatz gegen Zahlung einer Abfindung aufzugeben. Dabei lautet die Maxime: Nehmen Sie als Betroffener niemals gleich das erste Angebot an. Dann erheben Sie Klage gegen die Kündigung.

Sofern die Einigungsversuche und auch der erste Gerichtstermin ergebnislos verstreichen, können Sie den Druck auf den Arbeitgeber erhöhen. Anerkannt ist nämlich, dass jeder Arbeitnehmer nicht nur ein Recht auf Gehaltzahlung, sondern auch einen Anspruch auf tatsächliche Beschäftigung hat. Das ist Ihr Ass im Ärmel.

Beschäftigungsanspruch einklagen

Taktisch geschickt ist es, wenn Ihr Anwalt den Arbeitgeber auffordert, Sie w...

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