Arbeitsrecht: Nach Unfall: Soll ich einen Behindertenausweis beantragen?

Eine Angestellte möchte ihre Schwerbehinderung offiziell machen. Welche Sonderrechte sie damit im Beruf hätte, erklärt ein Anwalt.

Berlin.  Arbeitsrechtsanwalt Dr. Heiko Peter Krenz beantwortet Leserfragen.

Bei einem Unfall wurde ich an der Wirbelsäule verletzt. Mein Arzt hat mir geraten, die Anerkennung einer Schwerbehinderung zu beantragen. Welche Folgen hätte das für mich als Arbeitnehmerin?

Das sagt Rechtsanwalt Heiko Peter Krenz: Ob man seine Schwerbehinderung in der Arbeitswelt publik machen soll, darauf gibt es keine einfache Antwort, denn Diskriminierung ist keine Seltenheit. Doch das Recht ist auf Ihrer Seite. Der Gesetzgeber versucht, Benachteiligungen durch spezielle Schutzvorschriften zu verhindern.

Die wichtigsten Sonderregelungen finden sich im Kündigungs- und Urlaubsrecht. Als schwerbehinderter Arbeitnehmer würden Sie einen besonderen Kündigungsschutz genießen. Bevor Sie von ihrem Unternehmen gekündigt werden können, muss dieses die Zustimmung des Integrationsamts einholen.

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Dr. Heiko Peter Krenz ist Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin privat

Fehlt diese Zustimmung, ist die Kündigung unwirksam. Nachträglich ist die Genehmigung nicht möglich. Seit Beginn dieses Jahres ist der Arbeitgeber außerdem dazu verpflichtet, die Schwerbehindertenvertretung des Unternehmens vor der Kündigung zu beteiligen. Ohne Anhörung ist die Kündigung unwirksam.

Außer dem besonderen Kündigungsschutz stünden Ihnen – sofern Sie Vollzeit beschäftigt sind – zudem fünf zusätzliche Urlaubtage zu. Weiter haben Sie Anspruch darauf, dass Ihr Arbeitsplatz behindertengerecht ausgestattet ist.

Recht auf höhenverstellbaren Tisch

Bei einer Rückenverletzung, wie Sie sie haben, kann der Arbeitgeber zum Beispiel ver...

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