Archäologen entdecken bislang älteste nachweisbare römische Bibliothek in Köln

Archäologen haben bei Ausgrabungen in der Kölner Innenstadt einem Medienbericht zufolge die bislang älteste nachweisbare römische Bibliothek entdeckt. Wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" am Mittwoch berichtete, wurde das steinerne Fundament des Gebäudes bereits vor knapp einem Jahr bei den Bauarbeiten für ein neues evangelisches Gemeindezentrum entdeckt. Den mutmaßliche frühere Zweck des etwa 20 mal neun Meter großen Gebäudes blieb zunächst aber unklar.

Wie die Zeitung unter Berufung auf die Experten der städtischen Bodendenkmalpflege mitteilte, galt es zwar von Anfang an als öffentliches Gebäude, weil es am Forum der ehemaligen Römersiedlung lag. Erst bei weiteren Untersuchungen seien diese aber zu dem Schluss gekommen, dass Nischen in den Wänden zur Aufbewahrung von Schriftrollen dienten. Sie deuten das zwischen 150 und 200 nach Christus errichtete Haus daher als Bibliothek.

Nach Angaben der Fachleute ist das Gebäude damit die älteste römische Bibliothek, von der archäologische Spuren gefunden wurden. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit habe es auch in Trier eine römische Bibliothek gegeben, womöglich auch in Augsburg, Mainz und Xanten. Diese seien aber bislang nicht gefunden worden.

Die Evangelische Kirche will die Ausgrabung so in ihr neues Zentrum integrieren, dass ein Teil der Mauern für Besucher zugänglich sein wird. Andere Teile werden so umbaut, dass sie späteren Forschergenerationen für Untersuchungen erhalten bleiben.