"ARD Extra" verärgert Zuschauer mit unpassender Einblendung

Unglückliche Entscheidung: Während des ARD-Extras zur Corona-Krise blendete der Sender die Ankündigung für den nachfolgenden Spielfilm ein: "Meister des Todes 2". (Quelle: Screenshot ARD)

Das war höchst unsensibel, liebe ARD! Während des “ARD Extras” über die Gefahr für Senioren durch das Coronavirus wurde eine ziemlich unpassende Spielfilmankündigung eingeblendet.

Es ist ja schon fast zur Gewohnheit geworden, dass es im Anschluss an die eigentlich 15-minütige “Tagessschau” um 20:00 Uhr in der ARD noch ein “Extra” zum aktuellen Stand der Corona-Krise gibt. Auch wenn viele Menschen es inzwischen vielleicht nicht mehr hören mögen, werden dort die wichtigsten Entwicklungen und Neuigkeiten des Tages noch einmal zusammengefasst. Durch die Sondersendungen verschiebt sich das nachfolgende Programm oft um eine Viertelstunde. Das wird dann per Einblendung am unteren Bildrand bekannt gegeben. Aber selten war es so geschmacklos, wie in der Sendung vom gestrigen Mittwochabend.

Coronavirus: Die aktuellen Nachrichten im Liveblog

Tagesschau-Moderator Fritz Frey war gerade dabei, das Extra anzumoderieren. Es sollte um die steigende Gefahr für Senioren und Seniorinnen in Altersheimen gehen, sollte sich das Virus dort ausbreiten. Frey begann seine Anmoderation mit den Sätzen: „Alarmstufe Rot in Deutschlands Pflegeheimen. Seit einigen Tagen erreichen uns verstörende Nachrichten und die Sorge wächst, dass die Orte, an denen wir unsere Eltern und Großeltern sicher glaubten, alles andere als sicher sind.”

Makabrer Programmhinweis

Hintergrund war, dass es in Seniorenheimen in Würzburg und Wolfsburg bereits zu etlichen Todesfällen gekommen war, nachdem das Virus dort ausgebrochen war. Der NDR-Virologe Christian Drosten warne bereits davor, dass die Epidemie in eine neue Phase eintreten könne, so Frey weiter. Genau zu diesen Worten kam dann die Einblendung für den verschobenen Spielfilm. “Meister des Todes 2” werde erst um 20:30 Uhr beginnen, teilte die ARD mit. 

Angesichtes steigender Opferzahlen wirkte der Filmtitel fast zynisch. Bei den Zuschauern kam das unglückliche Timing der Ankündigung nicht gut an. Auf Twitter gab es einige Reaktionen zu der Einblendung.

Dabei geht es in dem Zweiteiler weder um das Virus, noch um Senioren. “Meister der Todes” handelt vom Waffenhandel und beruht auf investigativen Recherchen über die Rolle von deutschen Bundesbeamten in den illegalen Geschäften. Der erste Teil des mit dem Grimme-Preis ausgezeichneten Spielfilm wurde schon 2015 ausgestrahlt, nun folgte der zweite Teil mitten in der Corona-Krise.

“Lanz”: Markus Söder spricht über den Maskenmangel

Vielleicht überlegen sich die Verantwortlichen bei der ARD nächstes Mal etwas genauer, welche Einblendungen sie während einer laufenden Sendung einplanen. Dann könnte solch eine geschmacklose Überschneidung vermieden werden.

Video: Corona-Situation in Wolfsburger Pflegeheim eskaliert