ARD-Serie: Wie Robert Koch einen Skandal auslöste

Die Serie „Charité“ erzählt die Geschichte vonder vorschnellen Hoffnung auf Heilung – weil Robert Koch voreilig war.

Wenn am Dienstagabend die ersten Teile der ARD-Serie "Charité" im Fernsehen laufen, mag sich mancher verwundert die Augen reiben. Warum sieht im Fernsehen die Charité so anders aus? Wo sind die markanten rot geklinkerten Gebäude geblieben, die bis heute unser Bild der Klinik prägen? Stattdessen ein eher heruntergekommener Spitalbau mit langen Gängen, fast wie bei einem Kloster.

Tatsächlich spielt die Fernsehserie "Charité" im Vorgängerbau, in der Alten Charité. Ein spätbarocker Dreiflügelbau, der 1800 errichtet wurde – und damit das noch ältere "Pesthaus" von 1710 ablöste. Erst hundert Jahre später, um 1900, entstehen die Backsteinbauten, so wie wir sie bis heute kennen. Und weil für sie die Alte Charité abgerissen wurde, hat man die Serie einfach in Prag gedreht. Dort steht noch ein ähnlicher Dreiflügelbau wie damals in Berlin.

Worum geht es aber bei "Charité"? Um den Skandal rund um das Medikament Tuberkulin. Und der findet 1890/91 in Berlin statt. Da stand noch kein Neubau.

Bis zu 120.000 Menschen starben pro Jahr an der "Weißen Pest"

Tuberkulose war im späten 19. Jahrhundert und frühen 20. Jahrhundert eine der Haupttodesursachen, nicht umsonst wurde die Krankheit die "Weiße Pest" genannt. Man schätzt, dass im Deutschen Reich pro Jahr 100.000 bis 120.000 Menschen an der Krankheit starben, dazu kamen die vielen Erkrankten. Tuberkulose war eine Krankheit der Städte und der Armut – je überfüllter die Wohnungen in Berlin, mit ihren oft mehrfach genutzten Betten, je schlechter Hygi...

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