Armstrong legt offenbar Doping-Beichte ab

Siebenmaliger Tour-Sieger packt bei Oprah Winfrey aus

Das offene Geheimnis scheint endgültig gelüftet: Der wegen Dopings lebenslang gesperrte ehemalige Radprofi Lance Armstrong soll in einem aufgezeichneten Interview mit Starmoderatorin Oprah Winfrey erstmals eine ausführliche Doping-Beichte abgelegt haben. Dies berichtet unter anderem die Zeitung "USA Today" unter Berufung auf eine "mit dem Interview vertraute Person".

Auch die "New York Times" schreibt, dass der siebenmalige Tour-de-France-Sieger, dem diese Titel allesamt aberkannt wurden, im Interview Doping eingeräumt habe. Armstrong soll angekündigt haben, gegen "mehrere mächtige Personen im Radsport" auszusagen, die von den Doping-Praktiken vor allem in den 90er Jahren wussten und sie ermöglichten.

Die Sendung mit Oprah Winfrey wird am Donnerstag auf deren Sender OWN und im Internet ausgestrahlt. Anders als geplant wurde das Gespräch nicht in Armstrongs Anwesen in Texas, sondern in einem Hotel geführt. Die 68-jährige Winfrey und Armstrong ließen offiziell nichts über den Inhalt des Interviews verlauten. Die Moderatorin twitterte nach dem Gespräch mit Armstrong lediglich, dass "das Interview länger als 2,5 Stunden dauerte". Armstrong sei gut vorbereitet gewesen. Auf Anfrage der "New York Times" ließ Armstrong per E-Mail mitteilen, dass er über das Interview momentan nicht reden könne. Winfrey wollte am Dienstag in der amerikanischen Show "CBS This Morning" über das Interview sprechen.

Armstrong waren im vergangenen Jahr wegen Dopings seine Tour-Titel aberkannt worden. Zuvor hatte ihm die US-Anti-Doping-Agentur USADA durch umfangreiche Ermittlungen systematisches Doping nachgewiesen.

Sollte Armstrong tatsächlich ein Geständnis abgelegt haben, erwarten ihn Schadensersatzklagen in Millionenhöhe durch Sponsoren und den Radsport-Weltverband UCI. Er hatte in der Vergangenheit teilweise unter Eid ausgesagt, nicht gedopt zu haben.

Wenige Stunden vor dem Interview hatte sich der Texaner noch bei den Mitarbeitern der von ihm ins Leben gerufenen Stiftung Livestrong entschuldigt. Demnach stattete der 41-Jährige dem Stiftungssitz im texanischen Austin einen Besuch ab und sprach dabei vor rund 100 Mitarbeitern. "Er hat private Gespräche mit den Beschäftigten geführt, die über Jahre wichtige Arbeit geleistet haben", sagte Katherine McLane, die Sprecherin der Krebsstiftung.

Bereits im vergangenen November war Armstrong von allen offiziellen Ämtern der Stiftung zurückgetreten, um die Organisation zu schützen.

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