Arsch huh: Zahlreiche Aktionen unter dem Motto „Du bes Kölle“ geplant

Arsch Huh: Wähle jon!: Tausend kostenlose Downloads von „Dat Hätz dä Kölsche“

Mit einer Präsentation, Live-Musik und Vorträgen im Stadtgarten hat die Musikerinitiative „Arsch huh“ eine große Kampagne im Wahljahr gestartet.

Man wolle eintreten für ein tolerantes, solidarisches Köln, gegen Rassismus, Neonazis und Rechtspopulismus. Im neuen, von Arno Steffen geschriebenen Lied zur Kampagne „Du bes Kölle“ heißt es etwas knackiger: „Keine Bock auf Extremismus un Hass op fremde Lück.“

Konzerte, Kabarett, eine Plakataktion und zwei große Kundgebungen sind geplant. Die 25 Jahre alte Initiative hat sich zudem einige für sie neue Formen des Protests ausgedacht: Zusammen mit Studenten der Kunsthochschule für Medien wurden kurze Filme und Spots entwickelt, die nun im Internet oder auch als Kinovorfilme Verbreitung finden sollen.

Neu ist auch die Veranstaltungsreihe „Arsch huh im Veedel“. Musiker und Kabarettisten wollen in Stadtteilen mit niedriger Wahlbeteiligung mit Bürgern ins Gespräch kommen. „Wir wollen dafür werben, dass sich die Menschen einmischen und den Rechtspopulisten entgegentreten“, so Janus Fröhlich, der die Veedelstour leitet. Los geht’s Ende Juni in Bickendorf und Kalk. Weitere Aktionen sind in Planung: So wird über Videoinstallationen auf Gebäuden, Flashmobs und andere originelle Aktivitäten nachgedacht.

Zahlreiche Bündnisse und Initiativen gegen Rassismus

„Die Kampagne soll nicht nur von den Beiträgen der Künstler leben“, sagte „Arsch huh“-Sprecher Hermann Rheindorf. Wichtig sei, dass man sich in zahlreiche Bündnisse einbringe und mit vielen engagierten Initiativen zusammen arbeite. So beteilige man sich an den Protesten gegen den AfD-Parteitag am 22. April und gestalte ein mehrstündiges Bühnenprogramm beim „Gamescom City Festival“ am 27. August. So wie man hier einen Brückenschlag zu einer jungen Zielgruppe probiert, die wahrscheinlich bislang mit den kölschen „Arsch huh“-Aktivisten wenig Kontakt habe, gelingt offenbar auch die Vernetzung ins bürgerliche Milieu.

Stephan Brings berichtete im Stadtgarten noch einmal von dem „beklemmenden Gefühl“, als man im Karneval im Hotel Maritim am gleichen Ort aufgetreten sei, auf der bald Rechtspopulisten reden werden. Zusammen mit anderen Bands habe man daraufhin den Kontakt mit Karnevalsgesellschaften und dem Festkomitee gesucht und „große Resonanz“ bekommen. Dass die Karnevalsgesellschaften nun am Tag des AfD-Parteitags am Aachener Weiher ein großes Familienfest als Zeichen des Protests feiern, sei auch ein Ergebnis dieser Vernetzung.

„Es geht um unsere Demokratie und die Verteidigung der offenen Gesellschaft“

Neue Bündnisse, neue Protestformen, neue Ziele – die Kampagne „Du bes Kölle“ ist auch das Ergebnis neuer Erfahrungen in den letzten Monaten: Man habe bei den Anti-Hogesa-Protesten erstmals erleben müssen, wie man als Minderheit einer gewaltbereiten Masse gegenüber steht. Und das Erstarken des Rechtspopulismus der „Fake-Demokraten“ zwinge auch Künstler und Musiker, die Kritik an Staat und Gesellschaft üben, zu einem klaren Bekenntnis, so Rheindorf: „Es geht nicht nur um Solidarität mit den Opfern von Rassismus oder die Unterstützung des Engagements für Flüchtlinge. Es geht um unsere Demokratie und die Verteidigung der offenen Gesellschaft. Wir erleben, dass etwas kippen kann, was man für selbstverständlich hielt.“

Alle Infos zu den Aktionen, Materialen zur politischen Auseinandersetzung, Porträts mit Testimonials sowie Musik und Filme werden ab Montag auch auf einer zentralen Kampagneseite im Internet zu finden sein....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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