Arzt veranschaulicht mit Video, was sterbende Covid-Patienten in den letzten Augenblicken ihres Lebens sehen

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Allein in den USA sind bereits über eine halbe Million Menschen am neuartigen Coronavirus gestorben. Aus diesem Anlass teilte ein Arzt ein eindringliches Video in dem er veranschaulicht, was viele Erkrankte als letztes in ihrem Leben sehen.

Der Intensivmediziner wollte vor dem Thanksgiving-Wochenende eine Warnung aussprechen. Quelle: Facebook
Der Intensivmediziner wollte vor dem Thanksgiving-Wochenende eine Warnung aussprechen. Quelle: Facebook

Der Intensivmediziner Ken Remy hat eine Warnung an seine amerikanischen Mitbürger: Er hat versucht, sie mit einem Video daran zu erinnern, was ihnen oder ihren Lieben passieren kann, wenn Covid-19 einen schweren Verlauf nimmt.

Er drehte ein Video, das die Intubation eines Patienten aus der Sicht des Patienten simuliert.

„Nach dem, was ich in den vergangenen Monaten – und besonders in der vergangenen Woche - gesehen habe, ist es schlimm. Es ist richtig schlimm“, schrieb er auf Facebook. „Ich möchte nicht, dass es euch so ergeht. Bitte hört mir zu.“

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„Ich hoffe, dass die letzten Augenblicke eures Lebens nicht so aussehen werden“, sagt Dr. Remy in dem Video. Dabei hält er ein Laryngoskop und einen Beatmungsschlauch, die zur Intubation von Patienten verwendet werden, in den Händen.

„Denn das hier werdet ihr am Ende eures Lebens sehen, wenn wir nicht damit beginnen, in der Öffentlichkeit Masken zu tragen.“

Dr. Remy ist Arzt und Wissenschaftler auf der Intensivstation am Washington University Medical Center in St. Louis. Er ist nur einer von vielen Ärzten und Krankenschwestern, die sich an die Öffentlichkeit wenden, um sie inständig zu bitten, eine Maske zu tragen und Covid-Vorkehrungen zu treffen.

Dr. Remy teilte das Video auch auf Twitter. Dort erwähnte er auch die „verängstigten Augen“, die er bei Patienten sieht, wenn der Eingriff vorgenommen wird. „Bitte hört mir zu, denn das ist dringend. Ich möchte nicht der letzte Mensch sein, der in eure verängstigten Augen blickt“, schrieb er.

In Dr. Remys Heimat-Bundesstaat Missouri wurden vergangene Woche täglich durchschnittlich über 4.500 Coronavirus-Fälle gemeldet. Bundesweit bricht das Land nach wie vor jegliche Rekorde, was die Einweisungen in Krankenhäuser in Verbindung mit Covid betrifft.

Wir haben noch nicht einmal den Feiertag erreicht, und es sieht nicht gut aus, Leute. 2.284 verlorene amerikanische Seelen heute.

Die USA verzeichnen jetzt durchschnittlich 174.000 neue Fälle des Virus pro Tag und mehr als 90.000 Menschen liegen im Krankenhaus.

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Die steigende Zahl der Fälle ist auch darauf zurückzuführen, dass Millionen von Amerikanern vor Thanksgiving reisen – damit gießen sie nur noch mehr Benzin auf das bereits aufgeflammte Coronavirus-Feuer.

Die Centers for Disease Control and Prevention sowie staatliche und lokale Behörden hatten die Menschen zuvor inständig gebeten, nicht zu reisen und sie dazu angehalten, ihre Thanksgiving-Feierlichkeiten klein zu halten.

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