Arztrezepte: Das bedeuten die Farben

·Freiberufliche Journalistin

Rosa, gelb, grün, blau oder weiß – es gibt Arztrezepte in unterschiedlichen Farben. Die Farben stehen für die Art der Verordnung sowie die Gültigkeitsdauer der Rezepte.

Arztrezepte gibt es in vielen Farben. (Bild: Getty Images)
Arztrezepte gibt es in vielen Farben. (Bild: Getty Images)

Wenn Patienten verschreibungspflichtige Medikamente einnehmen sollen, benötigen sie ein Rezept vom Arzt. Das soll verhindern, dass Arzneien falsch eingenommen werden und es dadurch zu gefährlichen gesundheitlichen Auswirkungen kommt.

Doch Rezept ist nicht gleich Rezept – es gibt sie in vielen verschiedenen Farben. Die geben in erster Linie Auskunft darüber, wie lange sie in der Apotheke vorgelegt werden können. "Je nach Farbe verlieren die meisten Rezepte irgendwann ihre Gültigkeit und dürfen von den Apotheken nicht mehr beliefert werden. Die Fristen gelten auch, wenn Medizinprodukte oder Hilfsmittel ärztlich verordnet wurden", erklärt die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA).

Das rosafarbene Rezept

Versicherte bei Gesetzlichen Krankenkassen bekommen in den meisten Fällen ein rosafarbenes Rezept vom Arzt. Das ist exakt 28 Tage gültig. Das gilt seit dem 3. Juli 2021. Zuvor waren sie einen Monat gültig, was zu Unsicherheiten führen konnte, da die Monate unterschiedlich viele Tage haben.

Auch Entlassrezepte vom Krankenhaus sind rosa. Sie sind inklusive des Ausstellungstags drei Tage gültig.

Das blaue Rezept

Wird ein blaues Rezept ausgestellt, handelt es sich um ein Privatrezept. Die gibt es allerdings auch in Weiß, manchmal auch in anderen Farben. Privatrezepte sind drei Monate lang gültig.

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Das grüne Rezept

Empfiehlt ein Arzt ein nicht verschreibungspflichtiges Medikament, stellt er ein grünes Rezept aus. Das benötigen Patienten zwar nicht, um das Medikament in der Apotheke zu bekommen, aber sinnlos ist es nicht, da viele gesetzliche Krankenkassen bis zu bestimmten Beträgen die Kosten erstatten. "Wenn Ihnen Ihr Arzt ein apothekenpflichtiges Arzneimittel der Homöopathie, Phytotherapie oder Anthroposophie auf einem grünen Rezept verordnet hat, können Sie sich aufgrund einer Satzungsregelung der TK die Kosten bis zu 100 Euro pro Jahr erstatten lassen", erklärt etwa die Techniker Krankenkasse auf ihren Internetseiten. Grüne Rezepte sind unbegrenzt gültig.

Das gelbe Rezept

Gelbe Rezepte werden ausgestellt, wenn ein Arzt Medikamente verordnet, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, wie etwa sehr starke Schmerzmittel. Die Rezepte sind dreiteilig und sieben Tage gültig.

Das weiße Rezept

Das weiße, sogenannte T-Rezept ist für Arzneimittel mit den höchsten Sicherheitsvorkehrungen gedacht. Mit diesen Sonderrezepten werden Arzneimittel verschrieben, die Thalidomid, Pomalidomid oder Lenalidomid enthalten. Diese Wirkstoffe können bei schwangeren Frauen zu Fehlbildung der Embryonen führen. Das zweiteilige Rezept ist sechs Tage gültig.

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