Astronomen gelingt Blick auf ein stellares Feuerwerk

Nicht nur der Tod von Sternen, sondern auch ihre Geburt kann ein brutaler und explosiver Prozess sein. Astronomen gelangen nun einzigartige Aufnahmen von Explosionen, die zu Beginn eines Sternlebens stattfinden, wie die Europäische Südsternwarte (ESO) am Freitag in Garching mitteilte. Die Forscher untersuchten dazu die feuerwerksähnlichen Überreste der Geburt mehrerer massereicher Sterne im Sternbild Orion.

Mit Sternexplosionen werden in der Regel Supernovae verbunden, die spektakulären Explosionen am Lebensende von Sternen. Bei ihren Forschungen zur Sternengeburt nahmen die Wissenschaftler jetzt eine dichte und aktive Sternentstehungsregion im Orion ins Visier, die den Namen Orion-Molekülwolke 1 (OMC-1-) trägt und zum selben Komplex wie der bekannte Orionnebel gehört.

Dort wie anderswo im Universum entstehen Sterne, wenn eine Gaswolke mit einem Materie-Gehalt von mehreren hundert Sonnenmassen aufgrund ihrer eigenen Schwerkraft kollabiert. In den dichtesten Regionen entzünden sich dann laut ESO sogenannte Protosterne, also die Vorläufer von Sternen, die sich willkürlich zu bewegen beginnen.

Im Laufe der Zeit fallen demnach manche Sterne zunehmend in Richtung eines gemeinsamen Schwerkraftzentrums, das in der Regel von einem besonders großen Protostern dominiert wird. Kommen sie noch in die Nähe eines anderen Sterns, bevor sie die Sternentstehungsregion verlassen, können mitunter heftige Wechselwirkungen stattfinden.

Im Fall der untersuchten Orion-Region fanden Forscher heraus, dass sich vor etwa 100.000 Jahren tief im Herzen von OMC-1 mehrere Protosterne zu bilden begannen. Die zunehmende Schwerkraft hielt sie gegenseitig fest, wobei ihre Geschwindigkeit immer größer wurde, bis vor 500 Jahren zwei Sterne schließlich kollidierten.

Astronomen sind der ESO zufolge nicht sicher, ob die beiden Sterne sich nur gegenseitig streiften oder ob sie frontal aufeinanderprallten. Auf jeden Fall hatte der Zusammenstoß eine gewaltige Eruption zur Folge, die andere Protosterne in der Nähe und große Mengen Gas und Staub mit über 150 Kilometern pro Sekunde in den interstellaren Raum schleuderte.

Dabei wurde so viel Energie frei, wie die Sonne in zehn Millionen Jahren aussendet. 500 Jahre später gelang es nun einem Astronomenteam unter der Leitung von John Bally von der University of Colorado in den USA, mit dem Alma-Observatorium in Chile tief in die Wolke hineinzublicken - Alma erlaubt Beobachtungen im Millimeter- und Submillimeterbereich.

Auf diese Weise bekamen die Wissenschaftler Spuren der explosiven Geburt massereicher Sterne zu Gesicht. Sie weisen große Ähnlichkeit mit einem gerade explodierenden Feuerwerk auf, dessen bunte Farben sich in alle Richtungen ausbreiten.

Astronomen gehen laut ESO davon aus, dass solche Explosionen zu Beginn eines Sternlebens in astronomischen Maßstäben nur von vergleichsweise kurzer Dauer sind - Spuren von Explosionen wie der nun beobachteten sind nur wenige hundert Jahre sichtbar. Ungeachtet ihrer Vergänglichkeit kommen solche protostellaren Explosionen nach Einschätzung der Wissenschaftler relativ häufig vor.

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