Asylverfahren: "Das im Gefängnis, das kann ich nicht erzählen"

Hunderttausende Asylbewerber sind nach Deutschland gekommen. Wer entscheidet, ob sie bleiben dürfen? Menschen wie Volker von Halle.

Jetzt sitzen sie da. Auf Holzstühlen. In Raum 010. Jene Menschen, über die in den vergangenen Monaten und Jahren so viel auf Parteitagen und Familienfeiern geredet, gestritten wurde. Die Asylbewerber. In den frühen Morgenstunden sind sie gekommen, mit ihren Kinderwagen, Kriegstraumata, Erinnerungen an die Heimat und an Schlauchboote, mit ihren Daunenjacken und Smartphones, falschen Hoffnungen und Träumen.

Wartesaal. Außenstelle Berlin, Bundesallee. Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, kurz Bamf genannt. Hier endet ihre Reise. Vorerst.

65 wurden an diesem Tag geladen. Heute haben sie die Chance, den deutschen Staat davon zu überzeugen, ihnen Schutz zu gewähren – Schutz vor dem, was sie in die Flucht getrieben hat. Kinder wuseln, Männern tuscheln, Frauen starren. Das Klacken der automatischen Tür füllt den Raum, jedes Mal, wenn ein Geflüchteter das Gebäude betritt.

Das Bamf. Kaum eine andere Bundesbehörde war in letzter Zeit öfter in den Schlagzeilen. Eine Auswahl: "Asyl-Behörde überfordert: Bis zu 770.000 offene Fälle", "Asylentscheider unter Druck", "Auch das Bamf verpasste eine Chance, Anis Amri zu stoppen". Wer nach positiven Nachrichten zur Asylbehörde sucht, der kann lange suchen. Dabei ist vieles gelungen. Seit September 2016 wird der Aktenberg in beachtlichem Tempo abgetragen, 250.453 Fälle wurden bearbeitet. 319.026 blieben zu Ende Fe­bruar. Erst hieß es: Das Bamf ist zu langsam, die Geflüchteten leiden darunter. Jetzt heißt es: Das Tempo ist zu hoch, die Qualität der...

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