Athen bekräftigt Kritik an Russland-Politik der EU

Russland ist von der EU mit Sanktionen belegt

Die neue griechische Regierung hat ihre Kritik an der Russland-Politik der Europäischen Union bekräftigt. Die EU müsse "endlich überlegen, wie sie auf langfristiger Basis mit Russland umgehen will", anstatt stets auf "moralisch korrekte, aber krampfhafte Weise" zu reagieren, sagte Außenminister Nikos Kotzias der Nachrichtenagentur ANA. Erneut bot Kotzias an, in der EU darauf hinzuwirken, das durch die Ukraine-Krise belastete Verhältnis zu Moskau zu verbessern.

"Griechenland kann seine historischen Verbindungen mit Russland nicht kappen," aber es könne bei der Vermittlung zwischen Russland und der Ukraine eine Rolle spielen, sagte der frühere Kommunist weiter. Er warf der EU vor, mit ihrer Politik die gesamte Region zu destabilisieren: "Diese Destabilisierung wird die russisch-ukrainische Grenze überschreiten, den Nahen Osten erreichen, nach Nordafrika kommen" mit dem Risiko weiterer "zehntausender Flüchtlinge, Dschihadisten, Krankheiten und aller möglichen Gefahren".

Seine EU-Kollegen warnte der griechische Außenminister vor einer Ausgrenzung Athens. Beim jüngsten Außenministerrat in Brüssel sei deutlich geworden, dass sich Griechenland nicht als "Pariastaat" behandeln lasse, "nur weil es Geld schuldet", sagte er. Griechenland hatte sich bei dem Treffen weiteren Sanktionen gegenüber Russland zunächst widersetzt. Erst nach mühsamen Verhandlungen gelang es den Außenministern schließlich, sich auf eine abgeschwächte Form von Strafmaßnahmen zu einigen.