Dritter Atommülltransport auf dem Neckar erneut von Protesten begleitet

Mit drei Castoren beladenes Spezialschiff auf dem Neckar

Begleitet von Protesten zahlreicher Atomkraftgegner hat am Mittwoch in Baden-Württemberg ein weiterer Castortransport auf dem Neckar das Zwischenlager Neckarwestheim erreicht. Das mit hochradioaktiven Brennelemente aus dem stillgelegten Kernkraftwerk Obrigheim beladene Spezialschiff legte nach elfstündiger Fahrt am späten Nachmittag bei dem Zwischenlager an. Mit zahlreichen Aktionen protestierten Kernkraftgegner unterwegs gegen den mittlerweile dritten Atommülltransport aus Obrigheim.

Am Mittwochmorgen stiegen nach Angaben der Umweltorganisation Robin Wood vier Aktivisten in Neoprenanzügen nahe der Schleuse Gundelsheim im Landkreis Heilbronn mit einem "Stoppt Castor"-Banner ins Wasser. Fünf weitere Demonstranten ketteten sich nach Angaben des Bündnisses Neckar castorfrei an ein Brückengeländer.

Auch entlang des weiteren Transportwegs gab es immer wieder kleinere Protestaktionen wie etwa spontane Versammlungen. Die Polizei erteilte nach Angaben eines Sprechers in Göppingen mehrere Platzverweise. Beamte begleiteten den Transport auf dem Landweg, zu Wasser und aus der Luft.

Der mit drei Castoren beladene Schubverband war am Mittwochmorgen gegen 05.35 Uhr im Atomkraftwerk Obrigheim gestartet, wie der Energiekonzern EnBW in Karlsruhe mitteilte. Es ist bereits der dritte Atommülltransport zwischen den beiden Kraftwerksstandorten.

Schon im Juni und September hatte es zwei Transporte ins Zwischenlager Neckarwestheim gegeben. Die Gemeinde Neckarwestheim hatte zuletzt erfolglos versucht, die Fahrten vor Gericht zu stoppen.

Vom Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) ist der Transport von insgesamt 342 verbrauchten Brennelementen aus Obrigheim in das Zwischenlager des Kraftwerks Neckarwestheim genehmigt. Insgesamt soll es fünf Transporte per Schiff geben, die restlichen zwei nach dem Willen von EnBW möglichst auch noch in diesem Jahr.

Robin Wood fordert EnBW und die Landesregierung in Baden-Württemberg auf, "die unsinnige und gefährliche Atommüllverschieberei auf dem Neckar zu stoppen". Die Produktion weiteren Atommülls müsse unterlassen werden. Zudem sei ein schlüssiges Konzept für den Umgang mit den strahlenden Hinterlassenschaften der Atomindustrie nötig, erklärte die Organisation.

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