Attentat: Die vielen Pannen im Fall Anis Amri

Polizisten stehen vor dem zerstörten LKW am Breitscheidplatz (Archivbild)

"Im Fall Amri ist alles falsch gemacht worden, was man falsch machen kann", so beschreibt der vom Berliner Senat beauftragte Sonderermittler Bruno Jost die einzigartige Serie von Pannen und Fehlern, die sich die Behörden im Zusammenhang mit dem Weihnachtsmarkt-Attentäter Anis Amri leisteten.

Die jüngste in dieser endlosen Pannenserie wurde erst am Dienstag offenbar. Recherchen des "ZDF" ergaben, dass ein syrischer Flüchtling die Behörden in Nordrhein-Westfalen bereits frühzeitig über die Gefahr informierte, die von Amri ausging. Bereits 2015 soll der Syrer eine Sozialarbeiterin über die engen Kontakte Amris zu islamistischen und dschihadistischen Gruppen informiert haben, ohne, dass die Sicherheitsbehörden reagierten.

Wenige Tage zuvor hatte die Berliner Morgenpost berichtet, dass es durchaus Möglichkeiten gegeben hätte, den als Gefährder eingestuften Amri in sein Heimatland Tunesien abzuschieben. Die Ausländerbehörde NRW hatte zuvor mehrfach erklärt, eine Abschiebung sei nicht möglich, da man die Forderung der Tunesier, etwa einen Handflächenabdruck Amris vorzulegen, nicht habe erfüllen können. Die Untersuchungen Josts ergaben, dass sowohl dem Bundeskriminalamt als auch den Behörden in Nordrhein-Westfalen Handflächenabdrücke vorlagen. In Düsseldorf wird dies allerdings bestritten.

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