Außenminister der G-7 setzen Syrien-Gespräche in erweiterter Runde fort

Beim G-7-Außenministertreffen geht es vor allem um Syrien

Die Außenminister der G-7-Staaten haben am Dienstagmorgen in erweiterter Runde ihre Beratungen zum Syrien-Konflikt fortgesetzt. Zu den Gesprächen im italienischen Lucca stießen am Dienstag die Chefdiplomaten der Türkei, der Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabiens, Jordaniens und Katars dazu. Nach Angaben des italienischen Außenministers Angelino Alfano suchen die Minister nach Wegen, eine drohende militärische Eskalation im Syrien-Konflikt zu vermeiden und den Prozess zu einer politischen Lösung wiederanzukurbeln.

An der Sitzung nahm auch US-Außenminister Rex Tillerson teil, der noch am selben Tag in Russland erwartet wurde. Sein britischer Kollege Boris Johnson erhofft sich von Tillersons Gesprächen in Moskau eine "klare und gemeinsame Botschaft" an Syriens wichtigsten Verbündeten, Machthaber Baschar al-Assad fallenzulassen.

Der Westen macht Assad für den mutmaßlichen Giftgasangriff auf die Kleinstadt Chan Scheichun verantwortlich, bei dem am 4. April mindestens 87 Menschen getötet wurden. Als Antwort griffen die USA mit Raketen eine syrische Luftwaffenbasis an, von der aus die Giftgasattacke gestartet worden sein soll. Assads Verbündete Russland und Iran drohten daraufhin ihrerseits mit Vergeltung.

US-Verteidigungsminister James Mattis warnte Damaskus am Montag vor weiteren Chemiewaffenangriffen. Nach seinen Angaben wurden bei dem US-Raketenangriff am vergangenen Donnerstag rund 20 Prozent der syrischen Kampfflugzeuge zerstört. In Telefonaten mit US-Präsident Donald Trump bekundeten unterdessen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die britische Regierungschefin Theresa May ihre Unterstützung für das Vorgehen Washingtons. Laut Weißem Haus hielten sie es ebenso wie Trump für wichtig, Assad für den Giftgasangriff zur Verantwortung zu ziehen.

Tillerson müsse Moskau nun davon überzeugen, dass seine "Allianz mit Assad nicht länger in seinem strategischen Interesse" liege, zitierte die britische Regierung Premierministerin May und Trump. Tillersons Moskau-Besuch sei eine Gelegenheit, um den Grundstein für eine "dauerhafte politische Lösung" des Konflikts zu legen.

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