Audi R8 V10 RWD: Supersportler mit Hinterradantrieb erhält Facelift

feedback@motor1.com (Stefan Leichsenring)
Audi R8 V10 RWD (2020)

Coupé und Spyder mit 540 PS nun feste Bestandteile der Modellpalette

Aus der Sonderserie wird Normalprogramm: Der Audi R8 V10 mit Heckantrieb avanciert zu einem festen Modell. Dabei wird sein Exterieurdesign noch markanter – es bekommt die gleichen Neuerungen wie der R8 V10 quattro beim letzten Facelift. Auch der seriennahe, ebenfalls heckgetriebene Kundensport-Rennwagen R8 LMS GT4 kommt in neuem Design und fahrdynamisch optimiert daher.

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Anfang 2018 wurde der R8 V10 RWS in einer limitierten Serie aufgelegt. Er bekam einen vom R8-LMS-Rennwagen abgeleiteten Heckantrieb und eine 540 PS starke Variante des V10-Mittelmotors. Wir haben die Sonderversion damals auch getestet. Jetzt wird sie als R8 V10 RWD zu einem festen Modell innerhalb der R8-Familie. Und die neue Version bekommt den gleichen Look, den die R8-quattro-Modelle bereits im Frühjahr 2019 erhielten.

Der R8 V10 RWD ist als Coupé und Spyder erhältlich. Beide erhalten nun einen breiteren und flacheren Singleframe, Schlitze unter der Fronthaube sollen an den Audi Sport quattro erinnern. Die Lufteinlässe, der Frontsplitter und vor allem das Luftauslassgitter am Heck haben an Breite zugelegt. Der Diffusor, von zwei ovalen Abgas-Endrohren flankiert, ist weiter nach oben gezogen. Im Motorraum liegt der Luftfilter unter einer neuen Abdeckung, die wahlweise aus Kunststoff oder aus Carbon besteht.

2019 Audi R8

R8 quattro RWD-Version

Audi R8 V10 RWD (2020)

Beim R8 V10 RWD deuten die Sideblades die Sonderstellung des Modells an: Das obere Blade trägt glänzendes Schwarz, das untere die Wagenfarbe. Das Frontblade, die Seitenschwellereinsätze und der Diffusor sind serienmäßig schwarz glänzend lackiert. Alternativ gibt es das Optikpaket Carbon sowie für den Spyder ein erweitertes Optikpaket in Schwarz. Als neue Farbe ergänzt Kemoragrau den Lackfächer. Auf Wunsch sind die Audi-Ringe und -Schriftzüge in hochglänzendem Schwarz lackiert. Im Innenraum nehmen Fahrer und Beifahrer auf Sportsitzen Platz, die mit Leder und Alcantara bezogen sind. Vor dem Beifahrer glänzt eine "RWD"-Plakette.

Audi R8 V10 RWD (2020)

Hinter den Insassen arbeitet der frei saugende V10. Der 5.2 FSI leistet 540 PS und bringt auch maximal 540 Newtonmeter Drehmoment. Die Kraft gelangt über eine Siebengang-S-tronic und ein mechanisches Sperrdifferenzial auf die Hinterräder. So sprintet das Coupé in 3,7 Sekunden auf 100 km/h, bei 320 km/h endet der Vortrieb. Beim Spyder lauten die Werte 3,8 Sekunden und 318 km/h. Wie bei den quattro-Versionen ist der Motor durch das Heckfenster sichtbar, und zwar nicht nur auf diesem Röntgenbild:

Audi R8 V10 RWD (2020)

Der Heckantrieb wird durch das ESP gebändigt. Dieses verfügt jedoch über einen Sportmodus, mit dem auch kontrollierte Drifts möglich sind. Serienmäßig rollt der R8 V10 RWD auf schwarzen 19-Zoll-Schmiederädern und Reifen in den Formaten 245/35 vorn und 295/35 hinten. 20-Zoll-Räder sind ebenso erhältlich wie Sportreifen – damit sollen sich Dynamik, Grip und Verzögerung nochmals verbessern.

Das Gewicht verteilt sich im Verhältnis 40:60 auf die Achsen. Das Coupé wiegt (leer ohne Fahrer) nur 1.595 Kilogramm – der Entfall von Kardanwelle, quattro-Lamellenkupplung und Vorderachsdifferenzial macht das RWD-Modell um zirka 65 Kilogramm leichter als die quattro-Variante. Der RWD-Spyder ist mit 1.695 Kilogramm 55 Kilogramm leichter als der quattro-Spyder.

Der R8 V10 RWD entsteht – großteils per Handarbeit – in der Manufaktur „Böllinger Höfe“ am Audi-Standort Neckarsulm. Der heckgetriebene Hochleistungssportwagen startet Anfang 2020. Das Coupé ist für 144.000 Euro zu haben, der Spyder für 157.000 Euro.

Audi R8 LMS GT4 (2020)

Direkt vom Serienmodell abgeleitet ist der Kundensport-Rennwagen R8 LMS GT4. Er teilt sich rund 60 Prozent der Teile mit der Serienversion und lehnt sich auch optisch an diese an. Der 5,2-Liter-V10 leistet hier reglementbedingt "nur" 495 PS. Zwei Neuerungen erleichtern den Piloten das Fahren bei anspruchsvollen Bedingungen: Das ABS-Bremssystem und die Traktionskontrolle (TC) sind erstmals fein regulierbar. Die Programmkennlinien ermöglichen jeweils acht unterschiedliche Einstellungen, die der Fahrer individuell schalten kann. Dafür erhält der Wagen das Lenkrad der GT2-Rennversion. Die beiden Drehschalter für ABS und TC befinden sich zentral im Lenkrad direkt im Sichtbereich.