Auftakt in Hoppegarten: Traumberuf Jockey

Diät halten, Stürze verkraften, finanzielle Unsicherheit verdrängen: Warum Alexander Pietsch trotzdem Spaß hat auf dem Pferderücken.

Berlin.  Alexander Pietsch kommt offenbar selbst nicht hinterher. 962 Siege sind auf der Internetseite des Jockeys verzeichnet, doch diese Zahl stimmt längst nicht mehr. Bereits Anfang Februar gelang Pietsch sein 1000. Erfolg im Galoppsport, inzwischen sind es schon 1012. "Ich bin sehr gut ins Jahr gestartet", sagt er. Den nächsten Sieg peilt er an diesem Sonntag (14 Uhr) in Hoppegarten an. Pietsch startet dort beim "Preis des Gestüt Röttgen", dem Hauptrennen zum Saisonstart auf der Rennbahn am Berliner Stadtrand. "Ich rechne mir gute Chancen aus", meint der 44-Jährige, der tags zuvor noch in Belgien an den Start ging.

Alexander Pietsch lebt inzwischen zwar in Köln, sein aktueller Rennstall steht in Mülheim an der Ruhr, doch das Rennen in Hoppegarten ist für ihn trotzdem so etwas wie ein Heimspiel. Mehrere Jahre war er dort als Stalljockey tätig gewesen. In Hoppegarten absolvierte er einst seine Ausbildung und feierte 1990 seinen ersten Sieg. "Ich kenne die Bahn aus dem Effeff", sagt er. Der gebürtige Dresdner war als Kind von seinem Vater nach Hoppegarten mitgenommen worden, als dieser noch Rennen bestritt. Seine Familie ist seit drei Generationen im Pferderennsport aktiv, "da war mein Weg quasi vorgezeichnet".

Früher mal anerkannter Beruf

Zu DDR-Zeiten sei Jockey ein sehr anerkannter Beruf gewesen. "Wir waren sozusagen die einzigen geduldeten Profisportler im Sozialismus", erzählt er. Die Pferde gehörten dem Staat, von dem Pietsch sein Gehalt bezog – vom VER, dem Volkseigenen Rennbetri...

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