Auftakt im Prozess um Brüsseler Anschläge 2016

Vor einem Schwurgerichtshof in der belgischen Hauptstadt hat das Verfahren gegen die Verantwortlichen der Brüsseler Terroranschläge vor mehr als sechs Jahren begonnen.

Am 22. März 2016 hatten sich drei Dschihadisten am Flughafen Zaventem und in der Metrostation Maelbeek im Europäischen Viertel in die Luft gesprengt. Dabei wurden 32 Menschen getötet und über 340 verletzt.

Bei der Vorverhandlung am Montag wurden die Angeklagten den Richtern vorgeführt. Auch wurde das weitere Vorgehen festgelegt. Das Hauptverfahren soll dann im Oktober beginnen.

Louis Vanardois ist eines der Opfer. Vor sechs Jahren verlor er seine Freundin in der U-Bahn. Er will Wiedergutmachung, macht sich aber keine Illusionen.

Er erwarte von den Angeklagten keine besondere Erlösung. Man habe im Prozess um die Anschläge von Paris gesehen, dass die Täter keineswegs Reue gezeigt oder um Vergebung gebeten hätten, sagt Vanardois. Auch glaube er nicht, dass er selbst die Tat vergeben könnte.

Louis Vanardois, zweimal im Krankenhaus, das Opfer von Angstattacken, beabsichtigt nicht, jeden Tag zur Verhandlung zu gehen. Er fürchtet neue Traumata. Er wisse nicht, wie er mit dem Anblick von Menschen umgehen solle, die an dieser Angriffsserie teilgenommen hätten.

Louis Vanardois hat viele Fragen zum 22. März 2016, aber er fragt sich, ob er mit den Angeklagten sprechen könne.

Er wisse nicht, wie er mit den Angeklagten interagieren könne, ob er es überhaupt wolle. Werde er zu Worten fähig oder vor Wut gelähmt sein. Er wisse nicht, welches Gefühl sich durchsetzen werde. All das mache im Angst.

Es gibt fast eintausend Zivilparteien in diesem Prozess, die Gerechtigkeit suchen. Das Verfahren wird voraussichtlich acht Monate dauern.