Auktion in Godorf: Einer der ersten gebauten Apple-Computer wird in Köln versteigert

Das Gebot könnte mehrere Hunderttausend Euro betragen.

Viele original erhaltene und funktionstüchtige Computer aus der Gründerzeit der Firma Apple gibt es nicht mehr. Genauer gesagt sind es acht. Deshalb ist es ein Ereignis, wenn eines der aus heutiger Sicht simpel anmutenden und lächerlich leistungsschwachen Geräte auf den Markt kommt.

Am 20. Mai ist es wieder so weit: Das „Auction Team Breker“, ein auf technische Antiquitäten spezialisiertes Auktionshaus in Godorf, versteigert einen „Apple I“ aus dem Jahr 1976 – den ersten in Serie hergestellten und direkt gebrauchsfähigen PC der Welt.

Entwickelt von Steve Wozniak im Silicon Valley, vermarktet von Steve Jobs, dem späteren Guru der Computerindustrie, produziert zunächst in Wozniaks Garage, später in Jobs Schlafzimmer. Nur 200 Exemplare des Apple I wurden hergestellt. Dabei handelte es sich eigentlich nur um eine Platine, die Jobs und Wozniak für 666,66 Dollar anboten. Den Rest musste man dazu kaufen.

Auktionator gibt sich bescheiden

Der Mindestpreis für das Ensemble aus Platine, Kassettenrekorder, Tastatur, Monitor und einigen Dokumenten liegt bei 80.000 Euro, das Auktionshaus setzt jedoch einen Schätzpreis zwischen 180.000 und 300.000 Euro an. In der Vergangenheit wurden bereits drei Apple-I-Computer in Godorf versteigert, jedes Mal wechselten sie für rund 500.000 Euro den Besitzer.

Diesmal gibt sich Auktionshaus-Chef Uwe H. Breker bescheiden: „Der Steve-Jobs-Hype ist nach seinem Tod abgeflaut und der Film über ihn gefloppt.“ 2016 seien in London zwei Apple I bei Versteigerungen gar nicht weggegangen. Doch immerhin sei der jetzt angebotene PC original und „voll gebrauchsfähig“, so Breker. Das habe ein Experte getestet.

Kenner könnten auch die Historie des Godorfer Apples spannend finden. Der Eigentümer, ein nicht genannter amerikanischer IT-Experte, der in den 1970er Jahren in der Nähe von Steve Wozniak im Silicon Valley wohnte, kaufte den PC in einer sehr frühen Produktionsphase. „Er hatte Kontakt zu Jobs und Wozniak und machte auch Verbesserungsvorschläge“, sagt Uwe H. Breker: „Und Jobs fand die auch gut.“

Besitzer will selbst kommen

Wer den Apple I kauft, bekommt nicht nur die Originalrechnung und Original-Gebrauchsanweisung, sondern auch die Korrespondenz zwischen dem Käufer und den IT-Pionieren mitgeliefert. Darin ist zu lesen, dass es bei den Vorschlägen um die Verringerung von Nebengeräuschen ging, die auch umgesetzt wurden. Worum es genau ging, kann sich der Käufer aber auch direkt vom Anbieter erklären lassen: Der amerikanische Besitzer des Apple I will bei der Versteigerung persönlich zugegen sein.

Die Gebrauchsanleitung zeigt übrigens noch das ursprüngliche Apple-Logo mit Isaac Newton, der unter einem Apfelbaum liegt. 50 der ersten PCs von Jobs und Wozniak bot das Elektronik-Geschäft „The Byte Shop“ an.

Ihr Verkaufs-Slogan für das „erste preiswerte Mikrocomputersystem mit Bildschirmanschluss und 8 Kilobyte RAM auf einer einzigen PC-Karte“ lautete „Byte into an Apple“, ein Wortspiel, das so viel bedeutet wie „Beiss in den Apfel“. Daraufhin hätten die PC-Pioniere ihr Logo geändert, sagt Breker: „Es zeigte nun den abgebissenen...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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