Ausbau des Radverkehrs: Beim Fahrradgesetz geht es nicht allein ums Rad

Die Zahl der geahndeten Verstöße ist niedriger als bei Autofahrern. Die Berliner Polizei verweist auf ihre Schwerpunktkontrollen.

Rot-Rot-Grün meint es ernst und steuert die Verkehrspolitik in Berlin um. Mehr Platz für Fahrräder vor allem in der Innenstadt: Das ist die erste wirklich konkrete Botschaft, die die von den Grünen gestellte Verkehrssenatorin Regine Günther aussendet.

Die Verkehrspolitiker der Koalition sind in den Eckpunkten für das neue Radgesetz den Initiatoren des Rad-Volksbegehrens weit entgegengekommen. Zum Teil sicherlich aus Überzeugung. Aber auch aus Sorge vor einer Initiative, welche die eigene Wählerklientel deutlich stärker gegen den Senat mobilisiert hätte, als es etwa die Initiative für die Offenhaltung des Flughafens Tegel erreicht hat.

Wesentlicher Konfliktpunkt sind nicht die geplanten Radschnellwege oder die zusätzlichen Radparkplätze. Die Emotionen dürften hochkochen, wenn tatsächlich an allen Hauptverkehrsstraßen möglichst zwei Meter breite Fahrradwege angelegt und auch noch baulich von den Autofahrbahnen getrennt werden.

Es ist eindeutig, auf wessen Kosten das geht: Wo Fahrräder rollen, können keine Autos fahren und auch nicht parken. Tausende meist kostenfreier Stellplätze gehen verloren. Da ist schlechte Stimmung bei vielen Bürgern programmiert. Wobei die Berliner nur ein Drittel ihrer Wege mit dem Privatauto zurücklegen und Autofahrer in der Stadt nur eine – allerdings starke – Minderheit sind.

Grüne Politiker machen jetzt grüne Verkehrsplanung. Neu ist, dass Radfahrer nicht mehr auf schwer zu findende Routen auf Nebenstraßen verwiesen werden, sondern eben auch die großen,...

Lesen Sie hier weiter!

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen