Ausstellung in New York: So sehr ist Disney von der europäischen Kunstgeschichte beeinflusst

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Nicht alle Motive in Disneys Zeichentrick- und Animationsfilmen sind erfunden. Einige haben die Filmemacher auch entdeckt. Etwa in der europäischen Kunstgeschichte, wie eine aktuelle Ausstellung in Metropolitan Museum of Modern Art zeigt.

Szene aus dem Zeichentrick-Klassiker
Szene aus dem Zeichentrick-Klassiker "Die Schöne und das Biest" (Bild: Disney)

Seit Jahrzehnten versteht es Disney perfekt, mitreißende Geschichten für Klein und Groß zu erzählen. Schaut man sich die Filme des Unterhaltungskonzerns aber genau an, stellt man fest: Nicht alles ist hier Fantastik, manches hat auch in der Wirklichkeit ihren Ursprung. Will heißen: Die Kreativen Disneys erfinden ihre Geschichten nicht nur, zuweilen finden sie sie auch.

Besonders in der europäischen Kunst- und Architekturgeschichte werden sie immer wieder fündig. Das berühmte Schloss Neuschwanstein des "Märchenkönigs" Ludwig II. etwa dient als Vorbild für so manches Schloss in den Disney-Märchen, und auch das Logo des Konzerns scheint in Teilen von der bayerischen Sehenswürdigkeit inspiriert.

Die Kunstexperten des Metropolitan Museum of Modern Art haben weitere Parallelen entdeckt zwischen den Motiven und Details aus den Disney-Filmen und der Wirklichkeit, die die Filmemacher beeinflusst. Die Wirklichkeit, das ist allen voran die europäische Kunst früherer Jahrhunderte, für die sich Disney seit jeher begeistert.

Wie sehr sich diese Begeisterung in den einzelnen Zeichentrickfilmen äußert, zeigt die aktuelle Ausstellung "Inspiring Walt Disney" des Museums, in der Werke des europäischen Kunstgewerbes aus dem 18. Jahrhunderts, darunter Wandteppiche, Möbelstücke, Uhren und Meissen-Porzellan, mit Motiven und Ideen aus Disney-Filmen wie "Dornröschen" und "Die Schöne und das Biest" gegenübergestellt sind.

Walt Disney auf der Spur der europäischen Kunst

Was in der Ausstellung auch im Fokus steht: Alles beginnt mit dem Konzerngründer Walt Disney. Der Titel der Schau ist auch wörtlich zu verstehen. Es geht um den Einfluss der europäischen Kulturschätze auch auf Disney "persönlich", wie die Met erklärt. Dagegen verdeutlicht der Untertitel der Schau, von welcher Kunstdisziplin welches Landes der Mickey-Mouse-Erfinder besonders angetan war: "The Animation of French Decorative Arts".

Disney lernt Frankreich kennen und lieben, als er dort im Ersten Weltkrieg für das Rote Kreuz arbeitet. Von dem Land und seiner Kunst ist er mehr als begeistert. Die Zeit in Frankreich wird für den jungen Mann zu einer "einschneidenden Erfahrung", wie Ausstellungskurator Wolf Burchard das formuliert. "Das veränderte wirklich sein Leben und den Blick, mit dem er Kunst fortan wahrnahm".

Im Jahr 1935 folgt die zweite Reise nach Europa. Disney besucht wieder Frankreich, er reist nach England und Schottland und tourt durch Deutschland, Österreich, die Schweiz und Italien. Mit der Rückkehr in die Heimat ist sein Gepäck gefüllt mit Büchern über die Kunst- und Märchenschätzen, die ihm und seinen Mitarbeitern fortan als Inspirationsquelle dienen.

"In Paris kaufte er französische, aber auch einige deutsche Märchen", sagt Burchard. "Besonders mochte er die urige Atmosphäre der deutschen Märchen, wie er es nannte, mit ihren Geschöpfen des Waldes und den Pilzen, die zum Leben erwachen."

Die Ausstellung "Inspiring Walt Disney: The Animation of French Decorative Arts" im Metropolitan Museum of Modern Art findet seit 10. Dezember 2021 bis 6. März dieses Jahres statt.

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