Ausstellung: Der "Luthereffekt" im Martin-Gropius-Bau

Im Jahr des 500. Reformationsjubiläums widmet sich eine große Ausstellung im Martin-Gropius-Bau dem „Luthereffekt“

Der Begriff "Effekt" ist schon seit vielen Jahren eine Modevokabel. Der Buchmarkt kennt Publikationen vom "Honeymoon-Effekt" (es geht um Partnerschaften) über den "Spinoza-Effekt" (irgendwas mit Gefühlen) bis hin zum "Backen mit Wow-Effekt". Da war es nur eine Frage der Zeit, bis das beliebte Wort auch in die Museumslandschaft einziehen würde. Im Jahr des 500. Reformationsjubiläums ist es nun geschehen: Im Martin-Gropius-Bau behandelt das Deutsche Historische Museum mit dem "Luthereffekt" die internationale Wirkungsgeschichte des Protestantismus.

Einen kleinen Etikettenschwindel um des, nun ja, Effektes willen wird man den Ausstellungsmachern dabei schon nachsagen dürfen. Denn natürlich sind sie viel zu klug, um die internationale Karriere dieser Konfession an eine einzige historische Figur zu knüpfen. Tatsächlich ist der wortgewaltige Reformator, der Berlin übrigens zeitlebens nicht besuchte, auf nur wenigen Bildnissen zu sehen.

Wer die beliebten Insignien der deutschen Luther-Folklore noch einmal im Detail studieren möchte, muss sich bis zum Mai gedulden, wenn in der Lutherstadt Wittenberg und auf der Eisenacher Wartburg Ausstellungen mit persönlichem und nationalem Fokus eröffnen. Dem "Luthereffekt" geht es um etwas anderes, nämlich um den globalen Blick auf die Wirkungsgeschichte des Protestantismus. Dabei kommt es mehrfach zu erhellenden Einsichten und zu einigen Überraschungen.

Eine Installation erinnert an das menschliche Erbgut

Das beginnt schon mit der Installation des B...

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