Ausstiegsszenario: juristisches Nachspiel für United Airlines

Die Affäre um einen Passagier, der gewaltsam aus einem Flugzeug entfernt wurde, könnte ein juristisches Nachspiel für die Fluglinie United Airlines haben. Der Anwalt von David Dao hat beantragt, dass in dem Fall Beweismittel wie Videoaufnahmen gesichert werden sollen.

Rechtsexperten gehen davon aus, dass sich United bei einer außergerichtlichen Einigung generös zeigen könnte. Immerhin hat die Aktion schon eine Menge negativer Öffentlichkeit für die Fluglinie erzeugt, die sowieso schon nicht als die zuverlässigste und kundenfreundlichste gilt.

Das Video des Passagiers, der wegen eines überbuchten Flugs von Sicherheitskräften aus der Maschine geschleift wurde, wurde im Internet fast 20 Millionen Mal angeklickt. Für die Fluggesellschaft ein weiteres PR-Desaster. Erst kürzlich shitstormte es um United: Die Fluggesellschaft hatte zwei jungen Frauen den Einstieg in einen Flieger verweigert, weil diese Leggings trugen.

Der United-Fall lenkt die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auch auf die Praxis von Überbuchungen. Viele Fluglinien kalkulieren diese Situationen bewusst ein. Sie verkaufen mehr Tickets, als Sitze im Flieger sind, weil häufig Menschen ihren Flug verpassen oder verfallen lassen. Sollte das einmal nicht der Fall sein, suchen die Fluggesellschaften nach Freiwilligen, die ihren Platz räumen, und helfen nach, indem sie Geld, Rabatte oder Freiflüge bieten. Das tat auch United bei dem besagten Flug. 800 Dollar bot die Gesellschaft, aber es fand sich kein freiwilliger Aussteiger. Zusätzlich angeheizt wurde der Ärger dadurch, dass die Plätze für eine Ersatz-Crew von United und nicht für andere Reisende benötigt wurden.

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