Australien: Iran soll festgenommene Staatsbürger "menschlich" behandeln

Die australische Regierung hat Teheran aufgefordert, drei im Iran festgenommene australische Staatsbürger "menschlich" zu behandeln. Außenministerin Marise Payne sagte am Donnerstag, sie habe mit ihrem iranischen Kollegen Dschawad Sarif bei mehreren Gelegenheiten über die Fälle gesprochen. Die Regierung bemühe sich darum, dass die Gefangenen "fair, menschlich und im Einklang mit internationalem Recht" behandelt würden. Es gebe keinen Anlass zu der Vermutung, dass es sich um politisch motivierte Festnahmen handele.

Bei zwei der drei Australier handelt es sich nach Angaben ihrer Familie um Reiseblogger. Die aus Perth stammenden Jolie King und Mark Firkin hätten ihre Reise durch mehrere Länder in Internetbeiträgen dokumentiert, erklärte die Familie am Donnerstag. Nach Tagebuch-Einträgen aus Kirgistan und Pakistan vor zehn Wochen seien sie jedoch verstummt.

"Unsere Familien hoffen, Mark und Jolie so bald wie möglich wohlbehalten wieder zu Hause zu sehen", hieß es in der Erklärung der Angehörigen. Nach Angaben der Londoner "Times" handelte es sich bei der dritten Festgenommenen um eine britisch-australischen Staatsbürger, die in Cambridge studiert hat und in Australien arbeitet. Sie wurde bereits vor rund einem Jahr festgesetzt. Alle drei werden demnach im Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten. Australien hatte die Festnahmen am Mittwoch bekannt gegeben.

Der australische Premierminister Scott Morrison sagte am Donnerstag, seine Regierung werde die Angelegenheit "im Interesse der Australier, die im Mittelpunkt dieser Fälle stehen" weiter verfolgen. Australien beteiligt sich an der US-geführten Marinemission zum Schutz der Schifffahrt in der Straße von Hormus zwischen dem Iran und dem Oman. Morrison hatte im August angekündigt, eine Fregatte, ein Aufklärungsflugzeug sowie Militärangehörige zur Unterstützung der Mission zur Verfügung zu stellen.

Der Iran hatte zuletzt wiederholt Tanker in der Straße von Hormus festgesetzt. Zudem wurden in der Region mehrere Tanker angegriffen, wofür Washington ebenfalls Teheran verantwortlich machte. Die Spannungen entwickelten sich im Zusammenhang mit dem Streit um das Atomabkommen mit dem Iran, aus dem die USA im Mai 2018 ausgestiegen sind.

Die australische Regierung hatte erst diese Woche ihre Reisehinweise für den Iran verschärft. Reisende wurden aufgerufen, ihre Reisepläne zu "überdenken" und nicht in die Grenzgebiete zum Irak und zu Afghanistan zu reisen. In den vergangenen Jahren waren mehrere Iraner, die auch den Pass eines westlichen Landes haben, bei Reisen in ihr Herkunftsland festgenommen worden. Mehrere von ihnen verbüßen Haftstrafen wegen des Vorwurfs der "Spionage".