Australien schließt vorübergehend seine Botschaft in Afghanistan

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Australien schließt Botschaft in Kabul

Angesichts der zunehmend unsicheren Lage in Afghanistan infolge des internationalen Truppenabzugs wird Australien seine Botschaft in Kabul vorübergehend schließen. Die diplomatische Vertretung seines Landes werde von Freitag an geschlossen bleiben, teilte der australische Premierminister Scott Morrison am Dienstag mit. Die radikalislamischen Taliban erklärten derweil, sie seien für ausländische Vertretungen keine Bedrohung.

Die Botschaft in Kabul werde wieder geöffnet, "sobald die Umstände es erlauben", erklärte Morrison weiter. Ohne die zuletzt 80 australischen Soldaten am Hindukusch und die Unterstützung der USA gebe es eine "zunehmend fragwürdige Sicherheitslage". Seine Regierung sei unterrichtet worden, dass die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen für eine fortdauernde diplomatische Präsenz nicht erbracht werden könnten, sagte Morrison.

Das afghanische Außenministerium äußerte die Hoffnung, dass Australien seine Entscheidung überdenken werde. Die afghanischen Sicherheitskräfte verfügen auch nach zwei Jahrzehnten der Präsenz ausländischer Truppen im Land nicht über die Möglichkeiten, verlässlich für Sicherheit in Afghanistan zu sorgen. Beobachter befürchten, dass der Ende April angelaufene Nato-Truppenabzug das Land in neues Chaos stürzen könnte.

Taliban-Sprecher Mohammed Naeem sagte der Nachrichtenagentur AFP, ausländische Diplomaten und Hilfsorganisationen könnten auf ein "sicheres Umfeld" setzen. "Wir werden für sie keine Bedrohung darstellen", sagte der Sprecher.

Die USA sowie alle Nato-Verbündeten begannen Ende April mit dem Abzug ihrer Soldaten. Damit endet am Hindukusch auch der bisher größte und teuerste Einsatz in der Geschichte der Bundeswehr. US-Präsident Joe Biden hat für den vollständigen Truppenabzug aus Afghanistan den 11. September als Termin genannt, den 20. Jahrestag der Terroranschläge von New York und Washington.

ck/ju

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