Australien schließt seine Botschaft in Afghanistan vorübergehend

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Australien schließt seine Botschaft in Afghanistan

Wegen der unsicheren Lage in Afghanistan infolge des internationalen Truppenabzugs hat Australien seine Botschaft in Kabul am Freitag vorerst geschlossen. Der australische Premierminister Scott Morrison hatte die vorübergehende Schließung am Dienstag angekündigt und mit der "zunehmend fragwürdigen Sicherheitslage" begründet.

Die afghanischen Sicherheitskräfte verfügen auch nach zwei Jahrzehnten der Präsenz ausländischer Truppen im Land nicht über die Möglichkeiten, verlässlich für Sicherheit in Afghanistan zu sorgen. Die radikalislamischen Taliban haben zwar versichert, sie seien für ausländische Vertretungen keine Bedrohung. Beobachter befürchten jedoch, dass der Ende April angelaufene Nato-Truppenabzug das Land in neues Chaos stürzen könnte.

Der Kabuler Politikexperte Sajed Nasir Musawi rechnet mit weiteren Schließungen ausländischer Vertretungen in den kommenden Monaten. "Die westlichen Länder sind sich über den Fortbestand und das Überleben der amtierenden Regierung nicht ganz sicher", sagte er der Nachrichtenagentur AFP.

Die USA sowie alle Nato-Verbündeten begannen Ende April mit dem Abzug ihrer Soldaten. Damit endet am Hindukusch auch der bisher größte und teuerste Einsatz in der Geschichte der Bundeswehr. US-Präsident Joe Biden hat für den vollständigen Truppenabzug aus Afghanistan den 11. September als Termin genannt, den 20. Jahrestag der Terroranschläge von New York und Washington. Diese waren Ausgangspunkt der US-Intervention in dem Land.

noe/gt