Australien: Streitkräfte sollen Feuerwehr unterstützen

Seit Wochen kämpfen die Australier gegen eine Vielzahl an Buschbränden.

Eine neue Hitzewelle mit Temperaturen über 40 Grad und starke Winde: Im Kampf gegen die verheerenden Buschbrände in Australien ist der Feuerwehr und ihren freiwilligen Helfern keine Atempause gewährt. Nun soll die Armee helfen.

Sydney (dpa) - Im Kampf gegen die seit Wochen wütenden Buschbrände im Süden und Südosten Australiens werden die Feuerwehrleute verstärkt von den Streitkräften unterstützt.

Ab sofort würden Verbindungsoffiziere in den 14 regionalen Feuerwehrzentralen des stark betroffenen Bundesstaats New South Wales (NSW) eingesetzt, teilte das Verteidigungsministerium am Freitag mit. Für Erstaunen sorgte Medienberichten zufolge die Ankündigung des NSW-Ministers für Polizei und Rettungsdienste, David Elliott, er werde einen bereits einmal verschobenen Europa-Urlaub nun nehmen.

Das Militär soll bei der Koordinierung der Brandbekämpfung helfen, da unter anderem die Luftwaffe bereits bei der Betankung von Löschflugzeugen oder beim Transport von Feuerwehrleuten hilft. «Diese Unterstützung im Hintergrund durch die Streitkräfte stellt mehr Feuerwehrleute frei für ihre eigentlichen, spezialisierten Aufgaben bei der Brandbekämpfung», sagte Verteidigungsministerin Linda Reynolds.

Premier Scott Morrison brachte die Option ins Gespräch, Soldaten und militärisches Gerät zur Unterstützung der rund 2000 Feuerwehrleute einzusetzen. «Wir werden weiterhin alles in unserer Macht stehende tun, um sicherzustellen, dass unsere Feuerwehrleute alle benötigten Ressourcen und Unterstützung erhalten», sagte er. Üblicherweise werden Australiens Streitkräfte nicht im Inland eingesetzt.

Seit Oktober haben Hunderte Buschbrände in Australien nach Angaben der Behörden bereits mehrere Millionen Hektar Land vernichtet. Mehr als 1000 Häuser wurden zerstört. Acht Menschen starben bislang. Erschwert wird der Kampf gegen die Flammen durch enorme Hitze und große Trockenheit. Australien leidet seit etwa zwei bis drei Jahren unter starker Dürre, die ausgetrocknete Vegetation entzündet sich besonders leicht.

Minister Elliott sagte, er werde auch während seines Urlaubes zweimal täglich von der Feuerwehr in New South Wales, dessen Hauptstadt die Millionenmetropole Sydney ist, gebrieft. «Sollte die Buschfeuer-Lage es nötig machen, werde ich ohne zu Zögern zurückkehren», versprach er. Medienberichten zufolge reist er nach Großbritannien und Frankreich. Zuvor war Australiens Premier Morrison heftig in die Kritik geraten, weil er mit seiner Familie zum Urlaub nach Hawaii geflogen war - er entschuldigte sich und kehrte vorzeitig zurück.

Derweil müssen sich die Feuerwehrleute und die Einwohner in den betroffenen Gebieten auf noch schlimmere Bedingungen einstellen. Der Wetterdienst warnte am zweiten Weihnachtstag für Teile des Kontinents vor einer neuen Hitzewelle mit Temperaturen von weit über 40 Grad sowie starken Winden. Bereits in der vorigen Woche hatte das Land unter Rekordhitze gelitten.

«Nutzen Sie die Zeit, um ihr Grundstück vorzubereiten», riet die Feuerwehr (RFS) den Menschen in New South Wales, dessen Hauptstadt die Millionenmetropole Sydney ist. Auch über Weihnachten waren landesweit Hunderte Feuerwehrleute - viele von ihnen Freiwillige - im Kampf gegen die Flammen im Einsatz.

Auch im Süden Australiens ist der Kampf gegen die Flammen angesichts steigender Temperaturen ein Wettlauf gegen die Zeit. Dort rücken die Buschbrände an Vororte der Küstenstadt Adelaide heran. Die Feuerwehrleute zogen am Donnerstag mit Bulldozern breite Schneisen um Wohngebiete, um die Flammen aufzuhalten. Die Polizei rief die Bewohner der Vororte auf, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen.