Australische Bloggerin wegen erfundener Krebserkrankung zu Geldstrafe verurteilt

Wegen einer erfundenen Krebserkrankung, mit der sie viel Geld verdiente, ist eine australische Bloggerin in einem ersten Schritt zur Zahlung von 30.000 Australischen Dollar (gut 21.000 Euro) verurteilt worden. Belle Gibson müsse binnen 60 Tagen die Gerichtskosten der Klägerin, der Verbraucherschutzorganisation von Victoria, zurückerstatten, befand Richterin Debra Mortimer am Freitag. Über weitere Strafzahlungen von bis zu 1,3 Millionen Australischen Dollar wird das Gericht zu einem späteren Zeitpunkt befinden.

Die 25-Jährige hatte 2013 ein Kochbuch und eine Smartphone-Anwendung auf den Markt gebracht und diese mit der Geschichte von ihrer angeblichen Heilung von einem Hirntumor vermarktet. Das Kochbuch mit dem Titel "The Whole Pantry" (Die gesamte Speisekammer) enthielt 80 vornehmlich pflanzenbasierte Rezepte. Gibson behauptete damals, ihren Hirntumor allein mit Hilfe von glutenfreier Kost, ayurvedischer Medizin und anderer alternativer Therapieformen erfolgreich bekämpft zu haben.

Erste Zweifel an Gibsons Geschichte tauchten auf, als Anfang 2015 herauskam, dass sie nicht wie zugesichert einen "Großteil" ihrer Einkünfte aus dem Verkauf des Kochbuchs gespendet hatte. Außerdem begannen Freunde der Bloggerin, ihre Krebs-Diagnose in Frage zu stellen. Kurze Zeit darauf gestand sie einer australischen Frauenzeitschrift, die ganze Geschichte erfunden zu haben.

Richterin Mortimer hatte die junge Frau vergangenen Monat der vorsätzlichen Täuschung der Öffentlichkeit schuldig befunden. Nach Angaben des Gerichts hatte sie mit dem Verkauf ihres Kochbuchs rund 420.000 Dollar eingenommen.

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