Australische Soldaten helfen bei Überwachung der Ausgangssperre in Sydney

·Lesedauer: 2 Min.
Hinweisschild in Sydney

Rund 300 Soldaten der australischen Armee überwachen seit Montag die Ausgangssperre in Sydney. Die Soldaten unterstehen bei den Einsätzen in Australiens größter Stadt aber der Polizei, wie der Brigadekommandeur Mick Garraway sagte. Die Polizei des Bundesstaates New South Wales hatte um die Hilfe des Militärs bei der Durchsetzung der Corona-Maßnahmen gebeten. Eine weitere Ausgangssperre in Australiens drittgrößter Stadt Brisbane wurde unterdessen verlängert.

Sydney befindet sich schon seit Wochen im Lockdown, weil sich die hochansteckende Delta-Variante des Coronavirus stark ausgebreitet hat. Seit Mitte Juni wurden mehr als 3600 Ansteckungsfälle registriert.

Für mehr als fünf Millionen Einwohner der Metropole und mehrerer Vororte begann daher am Montag die sechste Woche der Ausgangssperre, die noch bis Ende August dauern soll. Die Menschen dürfen ihre Häuser nur in Ausnahmefällen - etwa zum Arbeiten, zum Einkaufen, zum Sport und aus medizinischen Gründen - verlassen.

Die Restriktionen haben die Ausbreitung des Virus bislang aber nicht bremsen können. Die Polizei will nun härter gegen Menschen vorgehen, die sich nicht an Test- und Quarantänepflichten halten. "Polizeibeamte werden von Soldaten unterstützt, wenn sie Lebensmittelpakete ausliefern, Hausbesuche machen und die Einhaltung der Ausgangssperre und der Anordnungen zur Selbstisolierung kontrollieren", sagte Polizeichef Mick Fuller.

Die Ausgangssperre in Brisbane und umliegenden Gebieten im nordöstlichen Bundesstaat Queensland sollte eigentlich am Dienstag enden, wurde von den Behörden aber bis zum kommenden Sonntag verlängert. "Damit haben wir einen achttägigen Lockdown", sagte der amtierende Regierungschef von Queensland, Steven Miles. "Wir hoffen inständig, dass das ausreichen wird, um alle in häusliche Quarantäne zu schicken, die der Delta-Variante ausgesetzt waren."

In Brisbane wurden nach einem Corona-Ausbruch bisher 29 Infektionsfälle registriert. Zuerst war ein Schüler positiv auf das Coronavirus getestet worden, inzwischen sind auch Schüler und Lehrer aus mehreren anderen Schulen in Quarantäne. Betroffen ist auch der australische Verteidigungsminister Peter Dutton, dessen Sohn eine der Schulen besucht. Dutton muss sich nun 14 Tage zu Hause isolieren, obwohl er nach eigenen Angaben schon eine Corona-Infektion durchgemacht hat und geimpft ist.

Australien hatte die Corona-Pandemie lange mit der Schließung seiner Grenzen, der schnellen Verhängung von Lockdowns und intensiver Kontaktverfolgung weitgehend eindämmen können. Allerdings sind bisher nur rund 15 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft und seit einem Monat nimmt die Zahl der Infektionen aufgrund der hochansteckenden Delta-Variante zu.

mid/cp

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.