Australisches Parlament untersucht Einfluss von Murdoch-Medien

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Medienmogul Rupert Murdoch
Medienmogul Rupert Murdoch

Das australische Parlament wird eine Untersuchung zum Einfluss des Medienkonzerns von Rupert Murdoch und zum Vorwurf der fehlenden Medienvielfalt im Land einleiten. "Die Australier sind zunehmend beunruhigt angesichts der Konzentration der Medien und der Macht sowie des politischen Einflusses von Murdoch", erklärte Senatorin Sarah Hanson-Young von den Grünen am Mittwoch auf Twitter. 

Mehr als eine halbe Million Menschen haben in einer Online-Petition gefordert, die Rolle von News Corp Australia, dem australischen Ableger des US-Unternehmens von Murdoch, unter die Lupe zu nehmen. Initiiert wurde die Petition vom ehemaligen australischen Premierminister Kevin Rudd, der der im Mitte-Links-Lager angesiedelten Labor-Partei angehört und häufig von den Zeitungen des rechtslastigen Murdoch-Konzerns kritisiert wurde. 

Rudd bezeichnete News Corp als "Krebsgeschwür unserer Demokratie", das ein "effektives Monopol" innehabe. Diese Machtposition nutze der Konzern "routinemäßig dazu, Gegner in Wirtschaft und Politik anzugreifen" und die Meinungsfreiheit und die öffentliche Debatte zu untergraben.

Die konservative australische Regierung hatte nicht auf die Petition reagiert. Über sie berichten die Murdoch-Medien in der Regel positiv. Die Oppositionsparteien schlossen sich jedoch zusammen, um die Untersuchung durchzusetzen.

Die Mitte Oktober gestartete Petition wurde von einer Rekordzahl von Unterstützern unterzeichnet: 501.876 Menschen sprachen sich für eine Untersuchung der Medienlandschaft aus. Der bisherige Rekord lag bei rund 404.000 Unterschriften für eine Petition im Jahr 2019, mit der die Regierung aufgefordert worden war, den Klimanotstand auszurufen. 

Auch der liberale Ex-Premierminister Malcolm Turnbull unterstützte das aktuelle Vorhaben. Er war 2018 in einem von der Murdoch-Presse unterstützten parteiinternen Putsch abgesetzt worden.

News Corp Australia ist das größte Medienunternehmen des Landes und besitzt Zeitungen in fast allen Großstädten sowie Fernsehsender und Zeitschriften. Zu Murdochs globalem Medien-Imperium gehört neben dem "Wall Street Journal" und der britischen Boulevardzeitung "The Sun" auch der US-Sender Fox, ein treuer Unterstützer des scheidenden US-Präsidenten Donald Trump. 

Die meist rechtskonservativen Positionen der Murdoch-Medien sind seit langem umstritten. Im Sommer hatte sich Murdochs eigener Sohn James im Streit über redaktionelle Inhalte aus dem Vorstand des US-Medienunternehmens zurückgezogen. Anfang des Jahres hatte er kritisiert, dass im Zusammenhang mit den verheerenden Waldbränden in Australien der Klimawandel in einigen der Medien geleugnet werde. 

Rupert Murdoch, der ursprünglich aus Australien stammt, hatte in der Vergangenheit versichert, keine Klimawandel-Leugner zu beschäftigen, sich selbst jedoch als "Klimawandel-Skeptiker" bezeichnet. 

noe/cp