Autogipfel: Elektroauto-Prämien bis 2025 verlängert

de.info@motor1.com (Stefan Leichsenring)
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Tesla Model 3 beim Tanken (M1 Italien)
Tesla Model 3 beim Tanken (M1 Italien)

Außerdem soll es bald Ladestationen an den meisten Tankstellen geben

Um der Autoindustrie den Strukturwandelzu helfen, will die Bundesregierung weitere drei Milliarden Euro ausgeben. Das ist ein Ergebnis des neuesten Online-Treffens von Bundeskanzlerin und Landespolitikern mit der Autoindustrie am gestrigen Dienstagabend. Darüber berichten nun der Bayerische Rundfunk und die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Dazu wird die so genannte "Innovationsprämie" (früher Umweltprämie genannt) bis 2025 verlängert, das heißt, Elektroauto-Käufer sollen weitere fünf Jahre einen Zuschuss von rund 9.000 Euro für den Kauf eines E-Autos bekommen. Bisher war die Prämie bis Ende 2021 befristet gewesen. Auch Plug-in-Hybride sollen offenbar weiter gefördert werden, wobei dies aber an eine höhere Mindestreichweite gebunden werden könnte. Für diese Prämie stellt der Bund eine Milliarde bereit.

Damit die zunehmende Zahl an Elektroautos auch geladen werden kann, soll bis Ende 2022 jede vierte Tankstelle neben Zapfsulen für Benzin und Diesel auch Strom-Ladesäulen anbieten, bis 2024 50 Prozent und bis 2026 sogar drei Viertel der Tankstellen. Dafür soll es eine freiwillige Selbstverpflichtung der Mineralölgesellschaften geben. Wenn das für die Erreichen der Ziele nicht ausreicht, will die Bundesregierung es per Gesetz vorschreiben.

Außerdem kommt doch wieder eine Abwrackprämie - allerdings für LKW. Damit sollen alte Laster durch neue, emissionsärmere ersetzt werden. Gefördert wird aber nicht nur der Verkauf von elektrifizierten Lastern und Wasserstoff-LKWs, sondern auch der Ersatz von Fahrzeugen der Abgasnormen Euro 3 bis 5 durch Euro-6-LKWs. für diese Maßnahme wird eine weitere Milliarde eingeplant.

Eine Milliarde also für die Elektroauto-Prämie, eine für die LKWs. Eine dritte Milliarde will die Bundesregierung in einen "Zukunftsfonds Automobilindustrie" fließen lassen, der die Transformation der Autoindustrie unterstützen soll.

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Autoindustrie und IG Metall begrüßten die Beschlüsse. Sprecher von Fridays for Future und des Umweltschützerverbandes BUND dagegen kritisierten besonders die Kaufprämie für die Plug-in-Hybride, wie tagesschau.de berichtet.

Zu der Ladesäulen-Entscheidung ließ der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) verlauten, die Zahl der Ladesäulen sei ohnehin schon so stark gewachsen, dass sie nicht zur Zahl der E-Autos passe. Für eine wirtschaftliche Auslastung der derzeit 33.100 Ladepunkte in Deutschland seien mindestens 550.000 Elektroautos nötig, auf der Straße wären derzeit aber nur etwa 240.000.


Source: FAZ.net, br24.de